Harnwegsinfekt: Doch keine „single-shot“ Therapie

06.06.2018 - Infektiologie Allgemein

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Der unkomplizierte Harnwegsinfekt (HWI) ist bei Frauen eine häufige, und lästige Episode, bei der oft – vielleicht zu oft – ein Antibiotikum eingenommen wird. In den letzten Jahren kam es zum Revival einer alten Substanz: Fosfomycin wird als Einmaldosis (3 gr) abgegeben und wird als recht potent beurteilt und wird in den meisten Empfehlungen als „first-line“ Behandlung genannt.

Vergleich zweier „alten Substanzen“

Nun haben Infektiologen aus Genf in einer Multizenterstudie die Einmalgabe Fosfomycin mit der 5 Tage-Behandlung mit Nitrofurantoin verglichen. Die recht grosse Studie hat nun eindrücklich belegt, dass die 5-Tage Behandlung mit Nitrofurantoin dem Fosfomycin deutlich überlegen ist. Sowohl klinische (70%) wie auch mikrobiologische Ansprechrate (74%) war bei Nitrofurantoin signifikant besser als mit Fosfomycin (58%; 63%).

Anpassung der Guidelines notwendig?

Die Leitlinien, auch die Guideline der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie, werden nach dieser doch grossen und gut durchgeführten randomisierten Studie bald überarbeitet. Allerdings müssen dann auch mögliche Mängel dieser Studie berücksichtigt werden. In der Publikation nicht dargestellt ist die Frage, ob Fosfomycin – wie im Label vorgeschlagen – wirklich auf nüchternen Magen und vorzugsweise bei leerer Blase abends eingenommen wurde. Auch zu berücksichtigen ist, dass die verwendete Dosis Nitrofurantoin (3x/d) nicht der empfohlenen Dosierung (2x/d) entspricht.

Literaturangaben