Colitis ulcerosa Therapie

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Die Colitis ulcerosa Therapie wird primär medikamentös durch die Gastroenterologen geführt. Schwere Krankheitsverläufe bedürfen chirurgischer Interventionen.

Eine schwere Colitis (heftige Bauchschmerzen, mehrmalige blutige Durchfälle pro Tag, Fieber, Herzrasen, Blutarmut, erhöhte Entzündungswerte im Blut) kann potentiell lebensgefährlich sein. Sie kann meistens erfolgreich mittels verschiedener Medikamente, einschliesslich hoch dosierter Steroide (Cortison-ähnliche Medikamente) behandelt werden.

Schlägt die medikamentöse Therapie nicht an und es kommt zur Perforation des Dickdarms, ist eine Notfalloperation mit Bauchlängsschnitt unumgänglich. Dabei wird der gesamte Dickdarm entfernt, der Enddarm blind verschlossen und das Ende des Dünndarms im rechten Unterbauch im Sinne eines künstlichen Darmausgangs (Stoma) ausgeleitet.

Eine Operation der Colitis ulcerosa wird in folgenden Situationen empfohlen:

  • Notfallmässig: Wenn der Darm gerissen ist, ein schwerer Colitis-Schub nicht mehr auf Medikamente reagiert, oder eine unstillbare Blutung aus der Darmschleimhaut zu Blutarmut führt.
  • Im Regelfall: Wenn durch Medikamente keine dauerhafte Besserung erreicht wird, sich eine Engstelle im Dickdarm entwickelt (Risiko eine Krebsentartung) oder wenn ein Darmkrebs oder ein Polyp als Krebsvorstufe festgestellt wird.

Die Operation wird standardmässig per Schlüssellochverfahren (Bauchspiegelung oder Laparoskopie) durchgeführt. Dabei werden Dick- und Enddarm komplett entfernt und aus dem Dünndarm wird ein Reservoir (Pouch) gebildet, welches am After angenäht wird. Zudem wird ein vorübergehender Darmausgang angelegt. Dieser kann nach drei Monaten in einer kurzen Operation rückgängig gemacht werden.

Nach der Pouch-Operation werden regelmässige Funktionskontrollen beim Gastroenterologen durchgeführt. Durch die Entfernung des Dick- und Enddarms entfallen die Dickdarmspiegelungen und die Colitis kann geheilt werden.

Nach der Erholung von der Operation bieten sich zwei Optionen: Einerseits kann der künstliche Darmausgang rückverlegt werden, in dem der Dünndarm an den Enddarm genäht wird. Oder der Enddarm wird entfernt und durch ein Reservoir aus dem Dünndarm ersetzt. Die Entfernung des Enddarms wird meistens empfohlen, da sie zur Heilung der Colitis ulcerosa führt, das Risiko einer Krebsentstehung im Enddarm minimiert und eine dauerhafte Medikamenteneinnahme vermeiden kann. Die Rückverlegung des künstlichen Darmausgangs unter Beibehaltung des Enddarms wird jungen Frauen mit Kinderwunsch empfohlen, da es dabei zu keiner Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit kommt.

Die volle Erholung nach der Operation dauert 3-4 Monate, wenn die Rückverlegung des künstlichen Darmausgangs miteinberechnet wird.

Unsere Erfahrung

Am Kantonsspital St.Gallen werden jährlich rund 1500 Eingriffe im Bereich der Kolorektalen und Proktologischen Chirurgie vorgenommen.

Eine Pouch-Operation ist eine spezialisierte Operation. Die Indikation zu jeder Operation wird gemeinsam mit dem behandelnden Gastroenterologen gestellt und die Vorgehensweise individuell dem Patienten angepasst. Die Diagnostik und Therapie dieser entzündlichen Erkrankung erfolgt interdisziplinär am Board für entzündliche Darmerkrankungen. Die Bündelung dieses Spezialwissens und der direkte Diskurs in diesen Gremien erlauben eine effiziente Abstimmung und Planung komplexer Abklärungs-, Therapie- und Nachsorgekonzepte und damit die bestmögliche Behandlung von Colitis ulcerosa-Patienten.

Zur Qualitätssicherstellung werden die Ergebnisse der Colitis ulcerosa Eingriffe am Kantonsspital St.Gallen durch unabhängige Fachleute erfasst und mit anderen Spitälern und Kliniken verglichen.