Reflux

Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) bezeichnet das Aufstossen von saurem Magensaft in die Speiseröhre. Dies kann zu Schmerzen und zu einer Speiseröhrenentzündung führen. In der Regel ist die Refluxkrankheit erfolgreich mit Medikamenten zu behandeln. In teils Fällen kann die Krankheit nur durch einen operativen Eingriff dauerhaft geheilt werden.

Unsere Erfahrung

Seit September 1996 operiert die Klinik für Chirurgie des Kantonsspitals St.Gallen Refluxkrankheiten mittels der laparoskopisch durchgeführten Fundoplikatio. Dabei werden folgende Operationstechniken angeboten: Fundoplikatio nach Nissen, die Fundoplikatio nach Toupet, die partielle anteriore Fundoplikatio und die Netz-verstärkte Hiatoplastik (LMAH). Es werden jährlich ca. 15 Patienten mit einer Reflux-Erkrankung oder einem grossen Zwerchfellbruch mittels LMAH-Technik operiert. Das geeignete Verfahren wird mit dem Patienten umfassend besprochen.

In einer Patientenbefragung, die durchschnittlich drei Jahre nach einer Fundoplikatio gemacht wurde, bewerteten 88% der Patienten Operationsergebnis zwischen „gut“ und „ausgezeichnet“. Bei 86% der Patienten sind die Beschwerden entweder beseitigt oder auf ein Mass reduziert, welches keine weiteren Arztbesuche nötig macht. 12% der Patienten benötigen noch regelmässig, aber meist milde oder in geringer Dosierung verabreichte Medikamente.

In einer Patientenbefragung ein Jahr nach einer Netz-verstärkten Hiatoplastik (LMAH) bewerteten 92% der Patienten das Operationsergebnis zwischen „gut“ und „ausgezeichnet“. Bei 92% der Patienten sind die Beschwerden entweder beseitigt oder auf ein Mass reduziert, welches keine weiteren Arztbesuche nötig macht. 18% der Patienten benötigen noch regelmässig, aber meist milde oder in geringer Dosierung verabreichte Medikamente.

Diagnostik/Therapie

Diagnostik

Ein erster Teil der Diagnostik bildet die Sprechstunde, in welcher gemeinsam mit dem Patienten eine ausführliche Anamnese erstellt wird. Im Anschluss wird der Patient anhand einer Magenspiegelung, einer Druckmessung (Manometrie), einer Säuremessung (pH-Metrie) sowie anhand eines Röntgenbildes untersucht. Für die bessere Sichtbarkeit auf dem Röntgenbild nimmt der Patient vorgängig Kontrastmittel ein. Die Indikation zur Operation erfolgt in der Regel zusammen mit dem Gastroenterologen. Operationen werden vor allem in Fällen empfohlen, in welchen ein ungenügender Behandlungserfolg mit Medikamenten (Magensäurehemmer), oder eine Unverträglichkeit der Medikamente zu verzeichnen ist. Insbesondere aber auch wenn ein grosser symptomatischer Zwerchfellbruch oder ein störender ‘Volumen-Reflux‘, das heisst wenn grosse Mengen an Magensaft in die Speiseröhre fliessen, vorliegt.

Therapie

Am Anfang jeder Behandlung einer Refluxkrankheit steht die Veränderung der Lebensgewohnheiten. Durch die Reduktion des Alkoholkonsums und des Körpergewichts sowie durch die medikamentöse Behandlung kann die Säureproduktion gesenkt und der Abfluss der Säure gefördert werden. In circa 90% der Fälle kann die Krankheit dadurch erfolgreich behandelt werden. Bei 70-90% der Patienten kommt es allerdings nach Absetzen der Medikamente erneut zu Beschwerden. Ein operativer Eingriff bewirkt bei circa 90% der Refluxpatienten eine dauerhafte Heilung. Weltweit haben sich verschiedene Operationsverfahren etabliert, die alle in der Klinik für Chirurgie am Kantonsspital St.Gallen durchgeführt werden. Die Operation erfolgt mittels Schlüssellochtechnik (Laparoskopie), die für den Patienten besonders schonend ist. Mit einer Fundoplikatio kann ebenfalls bei circa 90% der Refluxpatienten eine Heilung erzielt werden. Diese Operation erreicht bezüglich der Kontrolle der Reflux-Symptome, Heilung der Speiseröhrenentzündung und Lebensqualität mindestens gleich gute Resultate wie die medikamentöse Therapie mit Protonenpumpblockern.

Behandlungsverlauf

Nach einem laparoskopischen Eingriff sind die Schmerzen in der Regel schwach. Der Patient kann bereits am Tag nach der Operation wieder mit der Flüssigkeitszufuhr beginnen. Der Spitalaufenthalt dauert circa 3-4 Tage.

Weitere Informationen

Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) äussert sich in Beschwerden wie Sodbrennen, saures Aufstossen und dumpfen Oberbauchschmerzen. Die atypischen Beschwerden der Refluxkrankheit wie Brustschmerzen, Asthma und chronischer Husten können oft fehlinterpretiert und sollten ebenfalls abgeklärt werden. Eine umgehende Abklärung erfordern Symptome wie schmerzhafte Schluckstörungen, Gewichtsabnahme und Blutarmut. Diese Beschwerden können auf eine schwerwiegendere Erkrankung hinweisen.

Normalerweise verhindert der untere Schliessmuskel der Speiseröhre, dass die Magensäure in die Speiseröhre fliessen kann. Bei Refluxpatienten ist dieser Mechanismus stark eingeschränkt. Mehrere Faktoren können die Entstehung einer Refluxkrankheit begünstigen. So kann ein ungenügend starker Druck des Schliessmuskels am Übergang der Speiseröhre zum Magen, oder ein Zwerchfellbruch das Risiko steigern. Auch Übergewicht, eine Schwangerschaft oder übermässiger Alkoholkonsum und Rauchen begünstigen die Entstehung einer Refluxkrankheit.

Die gastroösophageale Refluxkrankheit ist in der westlichen Welt die häufigste gutartige Erkrankung des oberen Magendarmtraktes. 20 - 30% der Schweizer Bevölkerung leiden an Refluxbeschwerden. Unbehandelt kann die Krankheit zu einer Entzündung der Speiseröhre führen, wobei sich in der Folge einer chronischen Entzündung eine Verengung oder ein Geschwür in der Speiseröhre entwickeln kann. Bei 1-2% der Patienten verändert sich die oberste Schicht der Speiseröhre in eine sogenannte Barrett-Schleimhaut. In sehr seltenen Fällen kann sich daraus ein Krebs entwickeln. Eine regelmässige endoskopische Nachkontrolle zur Krebserkennung wird Refluxpatienten empfohlen.