Dickdarmkrebs

Der Dickdarmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart in der Schweiz und in Europa. Der Dickdarmkrebs entwickelt sich meist über Jahre hinweg und oftmals aus einem entarteten Polypen. Polypen sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut ins Innere des Darms.

Unsere Erfahrung

Am Kantonsspital St.Gallen werden jährlich rund 1500 Eingriffe im Bereich der Kolorektal und Proktologischen Chirurgie vorgenommen. Dickdarmeingriffe aufgrund eines Dickdarmkrebses werden – wenn immer möglich – minimal invasiv vorgenommen. Das Kantonsspital St.Gallen verfügt in innovativen minimal invasiven Verfahren wie Hybrid-NOTES und Single-Port-Techniken (Reduced Port Surgery) über ausgezeichnete Expertise und internationales Renommee.

Zur Qualitätssicherstellung werden die Ergebnisse der Dick- und Mastdarmchirurgie am Kantonsspital St.Gallen durch unabhängige Fachleute erfasst und mit anderen Spitälern und Kliniken verglichen.

Diagnostik/Therapie

Diagnostik

Die erste Phase der Diagnostik ist die Dickdarmspiegelung. Diese wird ab dem 50. Lebensjahr als Vorsorgeuntersuchung empfohlen. Risikogruppen, wie zum Beispiel Personen mit positiver Familienanamnese, sollten die Dickdarmspiegelung bereits früher durchführen. Durch die Dickdarmspiegelung können zum Beispiel Polypen entdeckt und durch deren vollständige Entfernung das Risiko der Entartung in einen Darmkrebs eliminiert werden.

Anlässlich der Dickdarmspiegelung werden aus verdächtigen Bereichen Gewebeproben (Biopsien) entnommen. Ist der Befund positiv, wird eine komplette körperliche Untersuchung mittels Computertomografie durchgeführt. Dies ermöglicht die Grösse und die Ausdehnung zu bestimmen und allfällige Ableger (Metastasen) ausfindig zu machen.

Therapie

Zur Besprechung der optimalen Behandlung von Krebspatienten kommen am Kantonsspital St.Gallen Spezialisten aus den beteiligten Fachrichtungen an sogenannten Tumorboards zusammen und beraten jeden onkologischen Fall einzeln. Die Bündelung dieses Spezialwissens und der direkte Diskurs in diesen Gremien erlaubt eine effiziente Abstimmung und Planung komplexer Abklärungs-, Therapie- und Nachsorgekonzepte. Jeder Patient wird in Folge individuell in der spezialisierten Sprechstunde beraten.

Wird die Operation des Darmkrebses empfohlen, wird der krebstragende Darmabschnitt mit einem Sicherheitsabstand und den dazugehörenden Lymphknoten entfernt. Die beiden Enden der gesunden Darmabschnitte werden zusammengenäht. Die Anlegung eines künstlichen Darmausganges (Stoma) ist eher selten. Der operative Eingriff erfolgt je nach Art des Krebses und Gesundheitszustandes des Patienten entweder durch einen klassischen Bauchlängsschnitt oder noch häufiger durch eine Bauchspiegelung (laparoskopische Kolektomie).

Behandlungsverlauf

Eine Darmkrebsoperation ist ein mittelschwerer Eingriff, weshalb die volle Erholung nach der Operation zwischen drei Wochen und drei Monaten dauern kann. Typischerweise dauert der Spitalaufenthalt nach einer Darmkrebsoperation circa 5-8 Tage. Dies ist jedoch von der Art des Eingriffes abhängig, weshalb bei einem Eingriff mittels Bauchlängsschnittes mit 10-14 Tagen Spitalaufenthalt gerechnet werden muss. Nach der Darmkrebsoperation sind Wundschläuche (Drainage) selten erforderlich und der eingesetzte Blasenkatheter wird innert wenigen Tagen entfernt.

Weitere Informationen

Der Dickdarmkrebs entwickelt sich meist über Jahre und bleibt deshalb oft bis ins fortgeschrittene Stadium unentdeckt. Typische Symptome sind ungewollter Gewichtsverlust, Blutabgang, oder eine neu aufgetretene Verstopfung.

Wird ein Darmkrebs diagnostiziert, ermöglicht einzig eine Operation die Genesung. Auch Polypen, welche nicht mittels der Dickdarmspieglung abgetragen werden können oder bereits Zeichen der Entartung aufweisen, werden ähnlich operiert. Dadurch kann das Risiko für die Entstehung eines Darmkrebses minimiert werden.