Myome und gutartige Tumore Therapie

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Gebärmutter-Myome sollten nur dann behandelt werden, wenn sie Beschwerden verursachen. Sollte dies der Fall sein, bietet das Kantonsspital St.Gallen folgende Behandlungsmethoden an:

Medikamentöse Behandlung

Nebst der Einnahme von Schmerzmitteln zur Behandlung der Symptome werden Myome auch medikamentös therapiert. Hormonpräparate (zum Beispiel Ulipris-talacetat) können eine Verkleinerung der Myomknoten bewirken. Die Behandlung dauert drei Monate und kann wiederholt werden. Die Myome bleiben dabei aber bestehen. Nach Beendigung der Therapie ist es möglich, dass die Myome erneut wachsen, sodass später zusätzlich eine chirurgische oder interventionelle Behandlung angezeigt ist.

Chirurgische Behandlung

Es gibt zwei Hauptarten der chirurgischen Behandlung von Gebärmutter-Myomen

Gebärmutterentfernung (Hysterektomie)

Bei dieser Methode wird die gesamte Gebärmutter operativ entfernt. Dadurch können Myome nachhaltig behandelt werden, denn nach der Entfernung der Gebärmutter können diese nicht mehr nachwachsen. Die Eierstöcke werden meistens erhalten, jedoch ist keine Schwangerschaft mehr möglich. 
Da die Gebärmutterentfernung einen grösseren Eingriff darstellt, werden die Patientinnen einige Tage stationär im Spital gepflegt. Es ist mit einer Arbeitsunfähigkeit von 2-4 Wochen zu rechnen.

Myomentfernung (Myomektomie)

Bei dieser Methode werden einzelne Myome mittels eines Bauchschnittes oder einer Bauch- oder Gebärmutterspiegelung (laparoskopisch oder hysteroskopisch) gezielt entfernt. Da jedoch häufig mehrere Myome vorkommen, können nicht immer alle Myome auf diese Weise entfernt werden.
Die Gebärmutter bleibt bei dieser Methode erhalten, eine Schwangerschaft ist somit noch möglich.
Da die Myomentfernung einen mittelgrossen  Eingriff darstellt, werden die Patientinnen einige Tage stationär im Spital gepflegt. Es ist mit einer Arbeitsunfähigkeit von 1-2 Wochen zu rechnen.

Embolisationsbehandlung der Gebärmutter-Myome

In den letzten Jahren wurde eine neue Methode entwickelt, bei der lediglich ein kleiner Eingriff notwendig ist – die Embolisation. Bei dieser Methode werden die Myome zum Schrumpfen gebracht. Eine Schwangerschaft ist noch möglich.

Worin besteht die Methode der Myom-Embolisation?

Die Methode basiert auf einem künstlich herbeigeführten Verschluss der Arterie, die das Myom mit Blut versorgt – eine sogenannte Embolisation. Dieser Eingriff wird durch einen interventionellen Radiologen durchgeführt, der eine spezielle Ausbildung in minimalinvasiven Techniken hat. Dementsprechend wird die Intervention unter Röntgenkontrolle in einem speziell dafür eingerichteten Raum durchgeführt.
Nach der lokalen Betäubung sowie der zusätzlichen Gabe von Schmerzmitteln wird über einen kleinen Hautschnitt in der Leistengegend ein Katheter – eine Art dünner Plastikschlauch – in die Beckenarterie eingeführt und unter Röntgenkontrolle bis in die Gebärmutterarterie vorgeschoben. Danach werden Plastikpartikel in Sandkorngrösse über den Katheter in die myomversorgenden Arterien gespritzt. Dies ist die eigentliche Embolisation. Die Partikel blockieren die Blutversorgung der Myome, was diese schrumpfen lässt. Da die Gebärmutter von der linken und von der rechten Beckenarterie versorgt wird, müssen für eine effiziente Therapie beide Gebärmutterarterien therapiert werden.
Zur Überwachung werden die Patientinnen für 1-2 Nächte hospitalisiert. Bei etwa einem Drittel der Patientinnen tritt ein sogenanntes Post-Embolisationssyndrom auf. Dieses manifestiert sich mit leichtem Unwohlsein ähnlich einer Grippe. Typischerweise dauert dieser Zustand nur 3-5 Tage. Zur Linderung können handelsübliche Schmerzmittel eingenommen werden.
Es muss mit einer Arbeitsunfähigkeit von 1-2 Wochen gerechnet werden.

Risiken & Komplikationen

Grundsätzlich können bei allen medizinischen Eingriffen Komplikationen auftreten. Generell gilt die Embolisation von Myomen allerdings als risikoarmer Eingriff. Die meisten Frauen verspüren während den ersten Stunden nach dem Eingriff mässige bis starke Schmerzen und Krämpfe im Unterleib. Nach der Embolisation können auch Übelkeit und Fieber auftreten. Diese Symptome können jedoch gut mit Medikamenten behandelt werden. Bei einigen Patientinnen wird auch ein vaginaler Ausfluss beobachtet. Dieser dauert gewöhnlich nur einige Wochen, kann allerdings auch mehrere Monate anhalten. 
Gelegentlich werden embolisierte Myome über die Scheide ausgestossen. Selten entstehen kleine Blutergüsse beim Einstichpunkt an der Leiste.
Infektionen der Gebärmutter treten selten auf und sind meist mittels Antibiotika gut zu behandeln. Bei Komplikationen oder ungenügendem Behandlungserfolg kann dennoch eine Gebärmutterentfernung angezeigt sein. Selten kann eine verfrühte Abänderung (Menopause) nach der Embolisation eintreten.

Ist eine Schwangerschaft nach der Myom-Embolisation noch möglich?

Es sind viele Fälle bekannt, bei denen Frauen nach erfolgreicher Myom-Embolisation gesunde Kinder zur Welt gebracht haben. Ist ein Kinderwunsch vorhanden, soll dieser unbedingt dem behandelnden Frauenarzt mitgeteilt werden. Dies kann einen Einfluss auf die Wahl der Behandlungsmethode haben.