Blinddarmentzündung

Beim Blinddarm (Wurmfortsatz, Appendix) handelt es sich um eine kleine wurmartige Ausstülpung welche in den rechtsseitigen Dickdarm mündet. Zu einer Blinddarmentzündung kommt es wenn Bakterien die Wand des Blinddarmes durchwandern. Aufgrund der unterschiedlichen Länge (5-10cm) und der möglichen verschiedenen Lagen des Blinddarmes sowie der unmittelbaren Nähe zu anderen Organen der Bauchhöhle kann es schwierig sein, eine Blinddarmentzündung von anderen Krankheiten des Bauchraumes zu unterscheiden. Die Behandlung einer Blinddarmentzündung besteht in der operativen Entfernung des Blinddarmes. Diese Operation führen wir an unserer Klinik in den meisten Fällen in minimalinvasiver Schlüssellochtechnik durch. Der Blinddarm mündet im rechtsseitigen Dickdarm nahe der Einmündung des Dünndarmes in den Dickdarm. Der Blinddarm wird durch ein Blutgefäss, die Arteria appendicularis, versorgt. Diese muss bei der operativen Entfernung des Blinddarmes verschlossen werden.

Unsere Erfahrung

Bei unkomplizierter Blindarmoperation ist mit einem Spitalaufenthalt von ca. 2-3 Tagen zu rechnen. Dies hängt aber stark vom Entzündungsgrad des Blinddarmes ab. Ist dieser schon geplatzt kann sich der Spitalaufenthalt um einige Tage verlängern da in diesem Falle eine Antibiotikatherapie über mehrere Tage notwendig ist. Bei diesen schweren Fällen muss auch ausgeschlossen werden dass sich im Verlauf nach Entfernung des Blinddarmes eine Eiteransammlung bildet welche einer weiteren Intervention bedarf.

Diagnostik/Therapie

Diagnostik

Die Diagnose einer Blinddarmentzündung kann durch den Arzt in manchen Fällen einfach durch die Beschreibungen des Patienten und durch Tasten des Bauches gestellt werden. Da wie oben beschrieben sehr unterschiedliche Beschwerden bei einer Blinddarmentzündung möglich sind, kann die Diagnosestellung erschwert sein. Manche Patienten entwickeln die typischen Symptome einer Blinddarmentzündung bei anderen Erkrankungen des Bauchinnenraumes wie zum Beispiel bei einer Entzündung des Dickdarmes. Eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der Entzündungszeichen sowie eine Ultraschalluntersuchung können bei unklaren Befunden weiterhelfen. In manchen Fällen ist eine computertomographische Untersuchung notwendig. Diese Untersuchungen kosten aber Zeit, weshalb in manchen Fällen eine Bauchspiegelung zur Sicherung der Diagnose durchgeführt wird.

Therapie

Nach Feststellung einer Blinddarmentzündung erfolgen die Bauchspiegelung und die Entfernung des Blinddarmes in minimalinvasiver Technik über drei kleine Bauchschnitte (etwa 0.5-1.5 cm lang). Der Blinddarm wird an unserer Klinik nach Versorgung des blutzuführenden Gefässes mit einem Klammerschneidgerät vom Dickdarm abgesetzt und zur histologischen Untersuchung gesandt. Bei geplatzten Blinddärmen oder im Falle einer sehr starken Entzündung mit Beteiligung des Überganges vom Dünndarm zum Dickdarm kann eine ausgedehntere Operation notwendig sein. In diesem Falle ist eine offene Operation über einen Bauchschnitt notwendig. Insbesondere bei geplatzten Blinddärmen ist die ausgiebige Spülung des Bauchinnenraumes wichtig.

Weitere Informationen

Bei der Entzündung des Blinddarmes kommt es zu einer Durchwanderung der Wand des Blinddarmes mit Darmbakterien. Der entzündete Blinddarm schwillt an und füllt sich mit Eiter. Falls keine Behandlung erfolgt, kann der Blinddarm „platzen“. Geschieht dies so tritt Darminhalt in die Bauchhöhle und es kommt zu einer Entzündung der Haut welche die Bauchorgane auskleidet (Peritoneum). Um dies zu verhindern ist schon bei vermuteter Blinddarmentzündung deshalb eine rasche Behandlung notwendig.

Die Blinddarmentzündung kann bei jedermann und in jedem Alter vorkommen. Grundsätzlich sind aber Teenager und junge Erwachsene am häufigsten davon betroffen. In industrialisierten Ländern kommt die Blinddarmentzündung häufiger vor. Vermutet wird ein Zusammenhang mit der faserarmen Ernährung welche in unseren Breitengraden typisch ist.

Meistens bleibt die Ursache für eine Blinddarmentzündung unklar. Vermutet wird eine Abflussbehinderung des Blinddarmes in den Dickdarm. Durch die Abflussbehinderung wird der Druck auf die Wand des Blinddarmes erhöht da die innere Wandschicht des Blinddarmes Schleim produziert und dieser nicht abfliessen kann. Durch die Druckerhöhung kommt es zu einer venösen Stauung was wiederum den Druck auf die Wandschichten erhöht. Ist ein gewisser kritischer Druck erreicht wird auch der arterielle Blutstrom unterbrochen. Die Wand des Blinddarmes wird nun von Bakterien durchwandert. Es entsteht somit eine Blinddarmentzündung. Die Abflussbehinderung des Blinddarmes wird häufig durch einen Kotstein verursacht.

Patienten welche an einer Blinddarmentzündung leiden verspüren meisten Bauchschmerzen. Typischerweise beginnt der Schmerz um den Bauchnabel herum und wandert im weiteren Verlauf in den rechten Unterbauch wo sich der Blinddarm befindet. Der Schmerz nimmt während 6-24 Std. an Stärke zu. Während üblicherweise Husten oder Bewegung den Schmerz verstärkt kann es zu einer Linderung des Schmerzes kommen wenn die Knie gegen die Brust angezogen werden. Weitere Symptome welche vorkommen können sind Fieber, Übelkeit verbunden mit Erbrechen und Appetitlosigkeit. Platzt der Blinddarm entstehen starke Schmerzen im Bereich des ganzen Bauchraumes.

In manchen Fällen sind die Symptome nicht so typisch. Beispielsweise kann der Schmerz schleichend über Tage zunehmen. Der Schmerz kann gleich von Beginn an im rechten Unterbauch beginnen und nicht wie oben beschrieben um den Bauchnabel herum. Der Ort des Schmerzes kann auch je nach Lage des Blinddarmes verschieden sein.