Stammzellen und Krebsbiologie

Forschungsgruppe Dr. Tata Nageswara Rao, PhD

Das Labor für Stammzellen und Krebsbiologie ist Teil der Abteilung für Medizinische Onkologie und Hämatologie und in das Medizinische Forschungszentrum (MFZ) des Kantonsspitals St.Gallen integriert.

Unser Forschungsschwerpunkt liegt an der Schnittstelle von hämatopoetischen Stammzellen (HSC) und Blutkrebs, um zelluläre und molekulare Wege aufzuklären, die den Funktionserhalt und die Wahl der Abstammungslinie von HSCs bei Gesundheit, Alterung und hämatologischen Malignomen steuern. Wir verwenden Mausmodelle und primäre Patientenproben von myeloproliferativen Neoplasmen (MPNs), myelodysplastischem Syndrom (MDS) und akuter myeloischer Leukämie (AML) und setzen Multi-omics-Ansätze ein. Das übergeordnete Ziel unserer Forschung ist die Identifizierung von leukämieauslösenden Stamm- und Vorläuferzellen, die spezifische Abhängigkeiten und Schwachstellen für kurative Therapien aufweisen.

Zu den Schwerpunkten unserer Forschung gehören:

  • Krebsstammzellen, Krebsmetabolismus und Alterung
  • Mechanismen der Leukämieentstehung und -progression
  • Evidenzbasierte neue zielgerichtete Therapien für Krebs
  • Biomarker für Leukämien

Aktuelle Forschungsaktivitäten

Mechanismen der Leukämieentstehung und -progression

Was sind die ratenbegrenzenden Ereignisse bei der Entstehung und dem Fortschreiten von Leukämie? Warum steigt das Krebsrisiko mit zunehmendem Alter? Unser Ziel ist es, die frühen Ereignisse und Faktoren zu entschlüsseln, die zur Entstehung und zum Fortschreiten von Leukämie beitragen. Da die Inzidenz und Prävalenz myeloischer Leukämien mit dem Alter zunimmt, untersuchen wir die zugrunde liegenden altersassoziierten Faktoren (z.B. Entzündungen) und Mechanismen, die die klonale Expansion und die Manifestation der Krankheit auslösen. Diese Erkenntnisse können dazu beitragen, Strategien zur Verbesserung der Früherkennung von Leukämieklonen zu entwickeln und neue Therapien zu definieren, die den Ausbruch von Leukämien verzögern oder gezielt bekämpfen.

Die Bioenergetik von Krebszellen im Visier

Wie erfüllen Krebs(mutanten)stamm- und -vorläuferzellen ihre bioenergetischen und biosynthetischen Anforderungen, die mit einer erhöhten Proliferation und/oder Differenzierung einhergehen? Wie wirken sich Treibermutationen auf Stoffwechselwege in bösartigen Klonen aus? Gibt es ein therapeutisches Fenster für die Beeinflussung eines veränderten Stoffwechsels bei Krebserkrankungen? Laufende Studien konzentrieren sich darauf, die Rolle und die therapeutische Nutzbarkeit dysregulierter Stoffwechselwege in krebsauslösenden und sich ausbreitenden Stamm- und Vorläuferzellen für gezielte Therapien zu klären.

Hämatopoetische Stammzellenheterogenität und Arzneimittelreaktion und -resistenz bei myeloischen Leukämien

Wie tragen hämatopoetische Stammzellsubpopulationen (z.B. Stammzellen mit einer bestimmten Abstammungslinie) zur Pathogenese der myeloischen Leukämie bei, und wie werden diese Populationen als Reaktion auf Therapien gestört und tragen zur Medikamentenresistenz bei? Wir untersuchen die Wahl der Abstammungslinie und die funktionelle und therapeutische Bedeutung von abstammungsspezifischen HSZ in der Pathogenese der myeloischen Leukämie.

 

Forschungsdatenbank

Auf der Forschungsdatenbank des KSSG finden Sie weitere Informationen zu den einzelnen Forschungsprojekten und Publikationen der Arbeitsgruppe. 

 

Forschungsteam