Zungenschrittmacher

Hypoglossus-Stimulation

  • An folgenden Standorten
  • St.Gallen
Als neueste Alternative zur nächtlichen Maskentherapie bei der obstruktiven Schlaf-Apnoe bieten wir als eines der wenigen Zentren in der Schweiz die Implantation eines Zungenschrittmachers an.

Sofern eine mittel- bis schwergradige Schlaf-Apnoe vorliegt und eine Behandlung mit Beatmungsmaske nicht toleriert wird, kann eine Therapie mit Zungenschrittmacher in Frage kommen. Ebenfalls ist ein bestimmtes Muster der Obstruktion im Rachen notwendig, welches mittels Schlafendoskopie abgeklärt werden muss. Sofern diese Voraussetzungen gegeben sind, werden die Kosten der Therapie von der Krankenkasse getragen.

Wie funktioniert ein Zugenschrittmacher?

Der Zungenschrittmacher ist ähnlich einem Herzschrittmacher. Über drei kleine Hautschnitte werden drei Hauptkomponenten implantiert. Zum einen ein Sensor zwischen den Rippen, welcher das Atemmuster erkennt und an den Pulsgenerator weiterleitet. Der Pulsgenerator, der eigentliche Schrittmacher, wird auf den Brustmuskel implantiert. Er wandelt das Sensorsignal in ein Stimulationssignal um, welches an den Zungennerv (Nervus hypoglossus) weitergeleitet wird. Über einen kleinen Hautschnitt am Hals wird die Stimulationssonde am Zungennerv platziert.

Durch die Stimulation des Zungennervs kommt es zu einer leichten Vorverlagerung der Zunge, dadurch resultiert im Rachen mehr Platz für eine ungehinderte Atmung während des Schlafs. Bedient wird der Schrittmacher über eine kleine Fernbedienung, mit welcher die Therapie bei Zubettgehen gestartet und am Morgen nach dem Aufstehen gestoppt wird.

Nach dem Eingriff

Nach der Operation erholen sich Patientinnen und Patienten rasch wieder, Schmerzen sind meist gering und gut mit Schmerzmittel behandelbar, sodass das Spital nach drei Tagen wieder verlassen werden kann. Nach Abklingen der Wundheilung ist die Zunge frei beweglich und es bestehen diesbezüglich keine Einschränkungen (z.B. beim Essen, Küssen).

Einige wenige Punkte gilt es aber zu beachten. Zum Beispiel:

  • Vermeiden von häufigen direkten, starken Schlägen auf die Brust (z.B. Boxen)
  • Kein Tauchen über 30 Meter Tiefe
  • Am Flughafen muss das Sicherheitspersonal über den Schrittmacher informiert werden, damit nicht durch die elektromagnetische Sicherheitsschranke gegangen werden muss. Da die gleichen Einschränkungen für die weit verbreiteten Herzschrittmacher bestehen, ist sich das Flughafenpersonal diesbezüglich gewöhnt und routiniert.
  • Einschränkungen bestehen auch bei Magnetresonanztomographien (MRI), hier kann keine Bildgebung von Brust-, Bauch- und Beckenbereich gemacht werden inklusive Schulter und Hüfte.

Die Therapie mit Zungenschrittmachern hat sich mittlerweile über mehr als 10 Jahre international bewährt (in der Schweiz seit 2014) und in vielen Studien konnte sowohl der gute Effekt als auch die geringe Komplikationsrate nachgewiesen werden. Ebenfalls konnte bei Patientinnen und Patienten mit Zungenschrittmachern dokumentiert werden, dass diese angenehm und einfach in der Anwendung sind.