Lymphödem

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Etwa 10% der Lymphödeme sind «primär», d.h. angeboren oder sie entwickeln sich im Laufe des Lebens, meist in der Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter, seltener nach dem 35. Lebensjahr. Die Ursache liegt hier in einer angeborenen Entwicklungsstörung der Lymphgefässe, die entweder gar nicht oder in ungenügender Menge im Körper ausgebildet werden. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer.

Etwa 90% der Lymphödeme sind «sekundär», d.h. sie entstehen auf Grund einer anderen Erkrankung. In Europa ist dies häufig eine Krebserkrankung , bei welcher Lymphknoten befallen werden und durch den Chirurgen entfernt werden müssen. Es kommt dadurch zu einem «Unterbruch» im Lymphabfluss und daher zu einer Ansammlung und Stauung der Lymphflüssigkeit im Gewebe (= Lymphödem).

Andere Gründe für eine Schädigung der Lymphbahnen sind Bestrahlungen, Hautinfektionen, Einengung der Lymphgefässe durch Tumore oder eine chronische Überlastung der Lymphbahnen durch Ödeme anderer Ursachen (z.B. venös bedingte).

Die weltweit häufigste Ursache des Lymphödems ist eine Infektion mit dem Fadenwurm «Wuchereria bancrofti», welche in tropischen Regionen durch den Stich der Anopheles-Mücke erfolgt. Die Würmer vermehren sich in den Lymphgefässen, verstopfen diese und führen zu grotesken Lymphödemen («Elephantiasis»).

Komplikationen

Bei fehlender Behandlung kommt es durch die ständige Stauung und dem hohen Eiweissgehalt in der Haut zu nicht-bakteriellen Entzündungen, einer Vermehrung des Bindegewebes und „Verhärtung“ der Haut. Im Bereich der Gelenke kann es dadurch zu einer Bewegungseinschränkung kommen. Zusätzlich besteht die Gefahr von bakteriellen Hautinfektionen (Erysipel) und Pilzerkrankungen. Sehr selten kann es zu einer bösartigen Entwicklung kommen (Lymphangiosarkom).

Im Gegensatz zur chronischen venösen Stauung kommt es in der Regel nicht zum «offenen Bein» (Ulcus cruris).