Chronisches Beckenschmerzsyndrom / Prostataschmerzsyndrom Behandlung

  • An folgenden Standorten
  • St.Gallen
Folgende Therapien eignen sich zur Behandlung des chronischen Beckenschmerzsyndroms / Prostataschmerzsyndroms:

Konservative Therapien

Wichtiger Bestandteil aller Therapiemodalitäten ist das Eingehen auf die Ängste und Bedürfnisse des Patienten bei dieser teilweise schwierig zu behandelnden Erkrankung.

Konservative Therapien beinhalten folgende Optionen:

  • Physiotherapie inklusive Erweiterungen mit elektromagnetischer Therapie, Mikrowellentherapie, Stosswellentherapie oder Formen der Akupunktur
  • Fokussierte psychologische Therapie 
  • Entzündungshemmende Medikamente (NSAR)
  • Alpha-Rezeptor-Blocker (z.B. Alfuzosin, Silodosin, Terazosin, Tamsulosin) wenn das Prostataschmerzsyndrom seit weniger als einem Jahr besteht
  • Antibiotikum-Therapie (einmaliger Versuch mit einem Chinolon für 6 Wochen)
  • Phytotherapie (z.b. Pollenextrakte, Bioflavonoide)
  • Pentosan-Polysulfat (halbsynthetischer Wirkstoff aus Buchenholz-Hemicellulose)


Neuromodulative Therapie

Die Neuromodulation bei der Behandlung von Beckenschmerzen sollte nur von Spezialisten für Beckenschmerzmanagement in einem entsprechenden Zentrum angewendet werden. Diese Techniken werden als ergänzenden Teil eines umfassenderen Therapieplans verwendet und erfordern die kontinuierliche medizinische Anbindung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Neuromodulation, welche folgend kurz erläutert werden.

Transkutane elektrische Nervenstimulation

Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine nicht-invasive Technik, die bei vielen Schmerzsyndromen eingesetzt wird. Die TENS stellt eine effektive, nicht-invasive Behandlungsoption für Patienten mit Prostataschmerzsyndrom dar, welche anhaltenden Nutzen bringen kann. Üblicherweise erfolgt die TENS-Instruktion tagesstationär, worauf ein Gerät zur Miete oder Kauf abgegeben wird und die Folgenutzung zu Hause geschieht.


Perkutane Tibialis-Nervenstimulation

Die perkutane Tibialis Nervenstimulation (PTNS) ist ebenfalls eine minimal-invasive Technik, die in einer ambulanten Umgebung durch entsprechend ausgebildete Therapeuten angewendet werden kann. Komplikationen sind selten und geringfügig und können zum Beispiel leichte Schmerzen an der Anwendungsstelle oder Hämatome beinhalten.
 

Sakrale Nervenstimulation

Die sakrale Nervenstimulation ist eine invasive Technik, die die Sedierung oder Vollnarkose zur Implantation eines Geräts nach einer vorgängigen Teststimulation erfordert. Die meisten vorhandenen Studien zur sakralen Neuromodulation bei Beckenschmerzsyndrom berichteten über eine Verbesserung der Schmerzen. Diese Technik ist in ihrer Implantation und Anwendung komplex und sollte nur an entsprechenden Zentren angeboten werden. Da nicht alle Patienten einen Nutzen dieser Option haben, sollte vorgängig ausführlich die Notwendigkeit einer Teststimulationsphase besprochen werden, und der Patient aufgeklärt sein, dass falls das Gerät bei ihm keinen Nutzen erbringt, dieses nach der Testphase wieder entfernt werden sollte.

Sakrale Nervenstimulation

Chirurgische Resektion

Operative Therapien wie Prostataresektion (TUR-P), Laser-Enukleation (HoLEP) oder radikale Prostatektomie sind zur Behandlung eines Prostataschmerzsyndroms nicht empfohlen.