3. Symposium "Ethik in der Medizin"
Solange ich atme, hoffe ich

Donnerstag, 5. September 2019, 13.30 - 18.00 Uhr
Kantonsspital St.Gallen, Zentraler Hörsaal, Haus 21

Solange ich atme, hoffe ich         Dum spiro spero
solange ich hoffe, liebe ich          Dum spero amo
solange ich liebe, lebe ich            Dum amo vivo
                                                    
                     Marcus Tullis Cicero (106-43 v.Chr.)
                                                     

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Ohne Hoffnung können wir nicht leben. Hoffnung verbindet uns mit dem Leben und wurzelt im Vertrauen, das Leben sinnerfüllt gestalten zu können. Der Anker symbolisiert die Hoffnung, in den Stürmen des Lebens einen tragenden Halt zu finden.

Hoffnung ist dabei weder Optimismus noch Utopie, weder strategische Berechnung noch Verdrängung, sondern vielmehr ein Offen-Bleiben für die Möglichkeiten des Lebens, geboren aus dem Vertrauen darauf, was möglich sein könnte. Die Hoffnung verleiht den Mut, der den Menschen erst befähigt, seine Freiheit in Anspruch zu nehmen.

In jeder Begegnung mit kranken Menschen geht es auch um die Hoffnung.

Am Anfang einer Erkrankung steht die Hoffnung auf Heilung, die Hoffnung darauf, dass das bisher Selbstverständliche wiederhergestellt werden könnte. Stossen die Möglichkeiten der Medizin auf unüberwindbare Grenzen, bedeutet das aber kein Ende des Hoffen-Könnens. Gerade dann richtet sich die Hoffnung noch stärker auf tragende Beziehungen. Denn hoffen kann man letztlich nicht aus sich allein heraus. Hoffen ist ein dialogischer Prozess, in dem die Sinnhaftigkeit des Lebens in jeder Phase erfahren werden kann.

Dabei stellen sich viele Fragen: Was unterscheidet die Hoffnung von Optimismus oder falschen Versprechungen? Welche Denkanstösse aus Philosophie und Theologie helfen weiter? Wie kann man als menschliches Gegenüber im kranken Menschen Saiten zum schwingen bringen, Kräfte freisetzen, die für ihn trotz allem einen Zugewinn an Freiheit bedeuten und Mut machen, das Leben bis zum Schluss anzunehmen?

Wir laden Sie herzlich ein, dieses Thema mit uns am «3. Symposium Ethik in der Medizin» zu diskutieren, und freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Dr. med. Karen Nestor         Prof. Dr. med. Christoph Driessen
Oberärztin                             Chefarzt
Klinik für medizinische         Klinik für medizinische
Onkologie/Hämatologie       Onkologie/Hämatologie