Forensische Pathologie

Die Forensische Pathologie beschäftigt sich im Wesentlichen mit der Aufklärung aussergewöhnlicher Todesfälle (agT). Sie führt die Untersuchungen hauptsächlich im Auftrag der Staatsanwaltschaft und in enger Kooperation mit den Ermittlungsbehörden durch.

Es geht in erster Linie um die Feststellung von  Todesursache und Todesart, also um die Frage, ob der Tod auf natürliche Weise oder durch Selbsttötung (Suizid), ein Unfallgeschehen oder eine strafbare Handlung eingetreten ist. Ausserdem müssen in jedem Sterbefall die Identität der Leiche zweifelsfrei geklärt und die Todeszeit bestimmt werden.

Die ärztlichen Mitarbeitenden des IRM sind von der Regierung als Amtsärzte gewählt und beteiligen sich dementsprechend rund um die Uhr am Pikettdienst. Der Dienstarzt kann jederzeit über die kantonale Notrufzentrale (KNZ) aufgeboten werden.

Bei einem aussergewöhnlichen Todesfall beginnt die rechtsmedizinische Tätigkeit häufig bereits am Ereignis- oder Fundort der Leiche. Zusammen mit der Polizei und Mitarbeitern der Kriminaltechnik erfolgt die Dokumentation und erste Interpretation der Auffindesituation und Spurenlage. In manchen Fällen kann eine sog. Blutspurenmuster-Verteilungsanalyse für die Ereignisrekonstruktion hilfreich sein.

Bei der anschliessenden Legalinspektion wird eine gründliche äussere Untersuchung der Leiche unter Einbeziehung aller Körperregionen und Körperöffnungen durchgeführt und im Einzelfall bereits mit der Spurensicherung begonnen. Zudem werden Befunde erhoben, die für die Todeszeitschätzung herangezogen werden können. Die Überprüfung der Identität der Leiche stellt eine weitere wichtige Aufgabe dar.

Abhängig von den Umständen und den vor Ort erhobenen Befunde wird die forensische Indikation für eine rechtsmedizinische Autopsie (Syn. Obduktion, Sektion) mit dem zuständigen Staatsanwalt erörtert. Dieser erteilt im Bedarfsfall den Auftrag zur Durchführung und veranlasst die Überführung des Leichnams in das IRM.

Konventionelle Röntgenuntersuchungen und moderne bildgebende Verfahren wie Computertomo-graphie und Kernspintomographie werden bei bestimmten Fragestellungen in enger Kooperation mit dem Institut für Radiologie am Kantonsspital St.Gallen durchgeführt. Sie eignen sich besonders für den Nachweis von Verletzungen am Skelettsystem und ihre dreidimensionale Rekonstruktion und stellen somit eine wichtige Ergänzung zur morphologischen Diagnostik dar.

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