Fehlstellung der Wirbelsäule

Skoliose

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Fehlstellung der Wirbelsäule, gekennzeichnet durch seitliche Verbiegung mit Verdrehung (Rotation) der Wirbelkörper. 90% unklare Ursache (idiopathische Skoliosen), v.a.im Kindes- und Jugendalter. Zunächst bestehen kaum Beschwerden. Die dauerhafte Fehlstellung der Wirbelsäule begünstigt jedoch deren Abnützung, so dass in der Folge mit zunehmendem Alter Beschwerden entstehen können.

Überblick

Skoliose: Fehlstellung der Wirbelsäule, gekennzeichnet durch seitliche Verbiegung mit Verdrehung (Rotation) der Wirbelkörper. 90% unklare Ursache (idiopathische Skoliosen), v.a.im Kindes- und Jugendalter. Zunächst bestehen kaum Beschwerden. Die dauerhafte Fehlstellung der Wirbelsäule begünstigt jedoch deren Abnützung, so dass in der Folge mit zunehmendem Alter Beschwerden entstehen können.

Definition / Häufigkeit

  1. Thorakale Skoliose: Brustwirbelsäule
  2. Lumbale Skoliose: Lendenwirbelsäule
  3. Thorakolumbale Skoliose: Übergang Brust- zu Lendenwirbelsäule
  4. Thorakale und lumbale Skoliose:
    Beschreibungen und Behandlungsvorschläge von Skoliosen gehen bis ins Altertum zurück (Hippokrates). Mädchen sind 4-5x häufiger betroffen. Schwankende Angaben zwischen 0.13-16% der Bevölkerung, je nach Einstufungsdefinition der Skoliose

Idiopathische Skoliosen (ca.90%)

Entwicklung v.a. in der Zeit des körperlichen Längenwachstums, daher kann die idiopathische Skoliose auch als Wachstumsdeformität  angesehen werden. Vom Zeitpunkt der Entstehung kann eine weitere Unterteilung erfolgen:

- Säuglingsskoliose: angeboren oder im 1.Lebensjahr. Bildet sich in 80% spontan zurück.

- Infantile Skoliose: 2-3. Lebensjahr, mehr Knaben

- Juvenile Skoliose: ab 4.Lebensjahr

- Adoleszentenskoliose: ab Pubertät

Andere Formen (ca.10%)

- Osteopathische Skoliosen: angeborene Skelettfehlbildungen der Wirbelsäule (z.B.Halbwirbel).

- Myopathische Skoliosen: basierend auf Muskelerkrankungen (z.B.Muskeldystrophien).

- Neuropathische Skoliosen: infolge schlaffer Lähmungen oder anderer Systemerkrankungen (z.B.Neurofibromatose).

Symptome / Diagnose

Im Säuglingsalter zeigt sich eine Schieflage des Kindes. Die idiopathischen Skoliosen sind meist schmerzfrei. Beschwerden treten häufig erst im 3.Lebensjahrzehnt in Form von Rückenschmerzen auf.

Diagnose

- Körperliche Untersuchung

- Vorbeugetest (Rippenbuckel)

- Schulterschiefstand

- Taillendreieck (Lendenwulst)

- Röntgen Wirbelsäulenganzaufnahme

- Bestimmung des Skoliosewinkels (Cobb)

Therapie

- Säuglingsskoliose: Bauchlage und Physiotherapie.

- Leichte Skoliose bis 20 Grad: Physiotherapie, Haltungsförderung, Muskelaufbau.

- Mittelschwere Skoliose 20-40/50 Grad: Physiotherapie und Korsettversorgung, Tragedauer des Korsetts 23 Stunden am Tag (!) bis zum  Wachstumsabschluss.

- Schwere Skoliosen über 50 Grad: Operative Aufrichtung