Skoliose - Seitliche Verbiegung der Wirbelsäule

Skoliose

Eine Skoliose ist eine seitliche Verkrümmung mit gleichzeitiger Rotation der Wirbelkörper. Skoliosen sind am häufigsten im Brust und Lendenwirbelsäulenbereich, selten im Bereich der Halswirbelsäule lokalisiert.

Es gibt verschiedene Ursachen, welche zur Entstehung einer Skoliose führen. Bei der häufigsten Form (idiopathische Skoliose) ist jedoch keine Ursache bekannt. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen verursacht eine Skoliose häufig keine Schmerzen. Die dauerhafte Fehlstellung der Wirbelsäule begünstigt jedoch deren Abnützung, sodass in der Folge mit zunehmendem Alter Beschwerden entstehen können.

 

Einteilung nach Lokalisation

  1. Thorakale Skoliose: Brustwirbelsäule
  2. Lumbale Skoliose: Lendenwirbelsäule
  3. Thorakolumbale Skoliose: Übergang Brust- zu Lendenwirbelsäule
  4. Thorakale und lumbale Skoliose
  5. Cervicale Skoliose

 

Einteilung nach Ursache der Skoliose

Idiopathische Skoliosen

Die genaue Ursache ist unbekannt. Sie entsteht vor allem in der Zeit des körperlichen Längenwachstums, daher kann die idiopathische Skoliose auch als Wachstumsdeformität angesehen werden.

Vom Zeitpunkt der Entstehung kann eine weitere Unterteilung erfolgen:

  • Säuglingsskoliose: angeboren oder im 1.Lebensjahr. Bildet sich in 80% spontan zurück.
  • Infantile Skoliose: 2-3. Lebensjahr, mehr Knaben
  • Juvenile Skoliose: ab 4.Lebensjahr
  • Adoleszentenskoliose: ab Pubertät, sehr viel häufiger bei Mädchen

 

Neuromuskuläre Skoliosen

Bei Störungen des Nervensystems (z.B. Cerebralparesen) oder der Muskulatur (z.B. Muskeldystrophien) entwickeln sich häufig Skoliosen, welche ohne Behandlung oft rasch fortschreiten

 

Angeborene Skoliosen

Fehlbildung der Wirbelsäule, welche bereits bei der Geburt vorhanden ist.

 

Degenerative Skoliose

Durch eine einseitige Abnützung der Wirbelsäule im Alter entwickelt sich aus einer ursprünglich geraden Wirbelsäule eine Skoliose. Diese Art ist häufig mit einer Kompression von Nervenelementen verbunden.

Konservative Therapie - Neuropathische Skoliosen:
infolge schlaffer Lähmungen oder anderer Systemerkrankungen (z.B.Neurofibromatose).

 

Diagnose

  • Körperliche Untersuchung
  • Vorbeugetest (Rippenbuckel)
  • Schulterschiefstand
  • Taillendreieck (Lendenwulst)
  • Röntgen Wirbelsäulenganzaufnahme
  • Bestimmung des Skoliosewinkels (Cobb)

 

Konservative Therapie

Ziel ist die Zunahme der Verkrümmung zu verhindern oder mindestens zu verlangsamen. Kommt bei leichteren Formen zum Einsatz.

Physiotherapie und Korsett. Das Korsett sollte 23 Stunden pro Tag bis zum Wachstumsabschluss getragen werden, um eine Wirkung zu erzielen.

 

Operative Therapie

Ziel ist eine dreidimensionale Korrektur der Krümmung und langfristige Stabilisierung der Wirbelsäule. Kommt bei idiopathischen Thorakalskoliosen ab 50° zur Anwendung.

 

Nachbehandlung

Nach der Operation rasche Mobilisation. Während der ersten 3 Monaten keine schweren Arbeiten oder intensiver Sport. Bei langstreckigen Operationen mit Versteifung in den unteren Lendenwirbelsäulenbereich besteht eine Einschränkung der Beweglichkeit.