Kontrastmittel in der Radiologie

Intravenöse Kontrastmittel helfen, Gefässe zu erkennen und durchblutete von nicht durchbluteten Veränderungen zu unterscheiden (z.B. eine Zyste gegen einen Tumor zu differenzieren).

Ein Verzicht auf Kontrastmittel kann im Extremfall dazu führen, dass eine krankhafte Veränderung nicht von normalem Gewebe abzugrenzen ist und somit nicht diagnostiziert werden kann.
In der Röntgendiagnostik und somit auch in der Computertomographie werden als intravenöse Kontrastmittel jodhaltige Substanzen verwendet (CT-KM), in der Magnetresonanztomographie enthalten diese Substanzen stattdessen Gadolinium (MR-KM).
Es kann durchaus sein, dass Patienten CT-KM schlecht vertragen, MR-KM dagegen völlig problemlos tolerieren.

Folgende Einschränkungen bei der Anwendung von Kontrastmitteln gelten

Die von uns verwendeten modernen Kontrastmittel werden im Allgemeinen gut vertragen.
In seltenen Fällen kann die Kontrastmittelgabe jedoch Unverträglichkeits- und ganz selten allergische Reaktionen auslösen. Unverträglichkeitsreaktionen äussern sich in Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen, flüchtigem Hautausschlag. Sie gehen meistens rasch vorüber und lassen sich medikamentös wirksam bekämpfen.
In extrem seltenen Ausnahmefällen (weniger als 1:100 000) kann es auch zu schweren, lebensbedrohlichen Reaktionen kommen, bei denen sogar die Todesfolge nicht absolut ausgeschlossen werden kann.

Bei einer vorbestehenden Einschränkung der Nierenfunktion kann es durch jodhaltige Kontrastmittel (nicht durch MR-KM in den üblichen Dosierungen) zu einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion kommen. Um zu entscheiden, ob wir Ihnen hinsichtlich der Nierenleistung Kontrastmittel verabreichen können, lassen Sie bitte bei Ihrem Hausarzt den Kreatininwert bestimmen.

Bei Überfunktion der Schilddrüse, nicht aber bei der einfachen Vergrösserung der Struma, sollten jodhaltige Kontrastmittel nur nach entsprechender Vortherapie angewendet werden. Die MR-KM sind in dieser Hinsicht gefahrlos, da in ihnen kein Jod enthalten ist.

Bei der Kontrastmittelgabe kann aus rein physikochemischen Gründen mit einer Hitzeempfindung gerechnet werden. Diese ist ungefährlich und sollte Sie nicht beunruhigen. Für die Untersuchung ist es sehr wichtig, dass Sie trotzdem ruhig liegen bleiben.
Das Kontrastmittel selbst hat keine Einschränkungen (Verkehrstauglichkeit, Essen, Trinken, Sport) zur Folge.

Sollte bei Ihnen einer der oben genannten Risikofaktoren bekannt sein, teilen Sie dies bitte zu Ihrer Sicherheit dem Untersuchungspersonal vor der Untersuchung mit.

Durch angemessene Vorbereitungen und manchmal auch durch eine antiallergische Vortherapie kann das Risiko einer KM-Reaktion erheblich gesenkt werden.

Trinkkontrastmittel (orale Kontrastmittel)

Kontrastmittel, die getrunken werden, sollen helfen, den Darm gegen andere Organe (z. B. Lymphknoten) besser abzugrenzen.
Da der Darm recht lang ist, dauert es bei Untersuchungen der Oberbauchorgane etwa 15 - 30 Min. und bei den Beckenorganen mindestens 45 Min. bis das Kontrastmittel die zu untersuchenden Darmbereiche kontrastieren kann.
Wenn Sie also vor dieser Zeit nicht zur Untersuchung aufgerufen werden, liegt das nicht an einer schlechten Terminierung der Untersuchung.
Im Interesse der Qualität Ihrer Untersuchungen sollten Sie sich bemühen, in dieser Zeit das Kontrastmittel möglichst langsam und gleichmäßig zu trinken.

Selten kann es zu leichtem Durchfall kommen, dies kommt von der für den Darm ungewöhnlichen Flüssigkeitsbelastung, ist aber harmlos und klingt sehr schnell wieder ab.
Sollten Sie unter Darmreizungen leiden, informieren Sie bitte das Anmeldungs- oder Untersuchungspersonal, da hier eine individuelle Abstimmung erforderlich werden kann. Dies gilt auch für Träger eines künstlichen Darmausganges (Anus praeter oder Ileostoma).

Kontrastmittel für den Wirbelsäulenkanal

Hierbei sitzt der Patient vornübergeneigt auf dem Untersuchungstisch. Nach Sterilisation der Haut wird eine feine Nadel in der Regel zwischen den Dornfortsätzen des 3. und 4. Lendenwirbels in den Spinalkanal vorgeschoben. Danach wird das Kontrastmittel gespritzt und die Nadel wird entfernt.
Auch hier sind aber Angaben zur allergischen Disposition und insbesondere zu einer evtl. Jodallergie streng zu beachten!

Auch nach der Untersuchung sollte der Patient für einige Stunden liegen (bitte berücksichtigen Sie dies bei Ihrer Terminplanung!), da dann die Verluste von Hirnwasser durch den Punktionskanal am geringsten sind. Der Gang zur Toilette oder andere notwendige kurze Aufrichtungen stellen aber kein Problem dar.
Am Folgetage können wieder alle normalen Aktivitäten aufgenommen werden. Kopfschmerzen, die früher nach solchen Massnahmen auftreten konnten, sind heute selten geworden und gehen rasch vorüber.

Kontrastmittel für Gelenke

Wir unterscheiden die sog. direkte oder indirekte Arthrographie (Gelenkdarstellung).

Bei der direkten Arthrographie wird Kontrastmittel in das Gelenk gespritzt. Da die Gelenkkapsel gut von Nerven versorgt wird, erfolgt die Punktion zur Vermeidung unnötiger Schmerzen in Lokalanästhesie. Jeder Schritt wird mit Ihnen besprochen und sofern keine Besonderheiten vorliegen (z. B. schwerer Verschleiss) gelingt die Punktion einfach und weitgehend schmerzfrei. Anschliessend wird das Gelenk bewegt, um eine gute Benetzung der Gelenkinnenhaut (Synovia) zu erreichen. Danach erfolgt die Untersuchung (CT oder MRT).
Nach der Untersuchung empfehlen wir, das Gelenk immer wieder zu bewegen, um die Resorption zu fördern; von schweren Belastungen am Untersuchungstag raten wir aber ausdrücklich ab.

Bei der indirekten Arthrographie geben wir das Kontrastmittel in eine Vene. Anschliessend wird das Gelenk, das untersucht werden soll, für 10 - 20 Min. kräftig bewegt und belastet, um eine vermehrte Durchblutung und eine Abscheidung von Serum aus dem Blut in die Gelenkhöhle zu erreichen. Da dieses Serum auch Spuren des Kontrastmittels mit sich trägt, kommt es zu einer geringen, oft genug aber ausreichenden Kontrastierung der Gelenkbinnenstrukturen. Bei dieser Untersuchung kann das Gelenk nach der Untersuchung völlig normal belastet werden.

Sowohl bei direkter wie auch bei indirekter Arthrographie gelten die Vorsichtsmassnahmen hinsichtlich der Allergie.

Informationen für Fachpersonen

Kontrastmittelempfehlungen

Um Kontrastmittelzwischenfälle bei Ihren Patienten zu verhindern, bitten wir Sie bei der Anmeldung unsere Empfehlung zur Anwendung von Kontrastmitteln zu beachten.

Bilder zu Untersuchungen mit Kontrastmitteln

CT-Angiographie

CT-Angiographie der Bauchaorta

CT-Untersuchung

CT-Untersuchung des Abdomens nach intravenöser und oraler Kontrastmittelgabe

CT-Urographie

CT-Urographie mit erweitertem Nierenbecken links