ALS Diagnostik

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Die Diagnosestellung in frühen Krankheitsstadien, solange die Symptome unspezifisch sind, kann sehr schwierig sein. In der Frühphase ist die ALS meist eine Ausschlussdiagnose, d.h. es werden eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt um andere Erkrankungen, die sich ähnlich präsentieren können, ausschließen zu können. Dazu gehören neben der klinischen Untersuchung, elektrophysiologische Untersuchungen (EMG, ENG, MEP), Laboruntersuchungen, Lumbalpunktion, Kernspintomographie (sowohl des Gehirnes als auch des Halsrückenmarkes), evtl. eine Muskelbiopsie. In Abhängigkeit von den klinischen Symptomen und den dadurch in Frage kommenden Differentialdiagnosen können noch weitere Untersuchungen nötig sein.

Im Verlauf der Erkrankung kann mit Hilfe klinischer Zeichen, die auf einen Verlust der Motoneurone - sowohl des oberen als auch des unteren - hinweisen, die Diagnose gemäss wissenschaftlicher Kriterien gestellt werden [Brooks BR et al.; Amyotroph Lateral Scler Other Motor Neuron Disord. 2000 Dec; 1(5):293-9: El Escorial revisited,: revised criteria for the diagnosis of ALS] - Airlie-House-Criteria]

Diese unterscheiden zwischen einer klinisch definitiven, einer klinisch wahrscheinlichen, einer laborunterstützt wahrscheinlichen und einer möglichen Amyotrophen Lateralsklerose. Erfahrungsgemäss sind diese Kriterien und Bezeichnungen oft für die Betroffenen verwirrender als hilfreich. Wenn die Diagnose als „definitiv“ eingestuft wird, ist die Krankheit bereits sehr fortgeschritten. Die Diagnose einer „wahrscheinlichen“ ALS bedeutet den Ausschluss anderer Differentialdiagnosen und somit keine andere Ursache für die Beschwerden in Frage kommt. Allerdings befindet sich der / diejenige in einem frühen Krankheitsstadium womit eine entsprechend bessere Lebenserwartung verbunden ist.