CARE Training

Das ALS Care Training wurde 2004 in SG von der langjährig, in der Pflege von Amyotropher Lateralsklerose (ALS) erfahrenen Pflegefachfrau, Frau Bea Goldman entwickelt, um dem wachsenden Bedürfnis der Patienten und Angehörigen nach Information, Instruktion, Begleitung und Vernetzung nachzukommen. Während der Pflegeberatung fehlte die Zeit und auch die Personalressourcen (ärztlich und pflegerisch) um dies adäquat abdecken zu können. Gleichzeitig kam es zu einem kontinuierlichen Anstieg der Patientenzahlen.

Das ALS Care Training basiert auf dem Konzept der Erwachsenenbildung und beinhaltet Informationsvermittlung, praktisches Üben und Austausch untereinander. Daneben wird das Training angereichert mit dem Erzählen von echten Fallbeispielen aus der Praxis und dem Erklären von Studienergebnissen. Die Informationsvermittlung erfolgt durch die Pflegefachfrau, Fachärzte und gebietsspezifisches Fachpersonal.

Das Training besteht aus 5 Modulen à 5 Stunden. Jeweils nach der Hälfte der Zeit erfolgt ein gemeinsamer Imbiss mit der Gelegenheit zum Austausch untereinander.

Die Module sind thematisch eingeteilt in Bewegen, Atmung, Ernährung, Pflege zuhause, Zeit zuletzt.

Sie beruhen alle auf den gesammelten Fragen und Ängsten der ALS Betroffenen und ihrer Angehörigen und sind jeweils ausführlich in dem entsprechenden Modulheft dokumentiert.

Die Informationen umfassen aktuelles Fachwissen über ALS und deren Begleitprobleme, dazu praktische Anwendungen aus der Phytotherapie, Physiotherapie, Ernährungsberatung, Heimbeatmung, Ergotherapie, Sozialberatung, Bau-/Hilfsmittelberatung, Palliativmedizin und der Volksmedizin.

Ausserdem enthalten die Skripten gesammelte Tipps von ALS Patienten aus der Pflegeberatung. Dies erlaubt den Teilnehmern sich zuhause nochmals alles in Ruhe durchzulesen, somit zu vertiefen und bei Problemen nachschlagen zu können.

Es fanden bisher 5 Zyklen statt (2005, 2006, 2008, 2009/10 und aktuell 2015/16).

Patienten schätzen die Möglichkeit des niederschwelligen Zugangs zu Fachpersonen, die Vernetzungsgelegenheit untereinander, praktisch zu üben und die Möglichkeit auf Ängste und Fragen einzugehen.

Auch ist das Training eine Chance für diejenigen Patienten, die nirgends eingebunden sind, sich Informationen zu holen.