Projekte

Proteasom-Inhibition: Eine Option beim Nierenzellkarzinom?

Das Nierenzellkarzinom ist ein häufiges Tumorleiden. Bei metastasierter Erkrankung kann derzeit keine Heilung erzielt werden. Die verfügbaren Medikamente zum Herauszögern des Voranschreitens der Erkrankung sind mit Nebenwirkungen und einem durchwachsenem Ansprechen verbunden. Die Abteilung für Experimentellen Onkologie am KSSG verfügt über breite Erfahrungen mit Proteasom-Inhibitoren. Dies sind Medikamente welche vor allem bei Krebserkrankungen des Blut- und Lymphsystems zur Verwendung kommen. Im Rahmen einer Kooperation mit der experimentellen Onkologie konnten wir zeigen, dass Proteasom-Inhibitoren in Zellkulturen eine gute Wirksamkeit gegen das Nierenzellkarzinom zeigen. Die zugrunde liegenden Mechanismen sowie Medikamentenkombinationen, welche die Wirksamkeit weiter verbessern, konnten erfolgreich identifiziert werden. Die Ergebnisse legen eine weitere Erprobung dieser Medikamente im Menschen nahe.

 

Biobank: Prospektive Kohortenstudie für das Prostatakarzinom

Ziel dieses Projekts ist der Aufbau einer umfassenden Biobank mit longitudinalem Charakter zur Exploration von verschiedenen diagnostischen, prognostischen und prädiktiven Biomarkern mit Bezug zum Prostatakarzinom. Die Probensammlung erfolgt multizentrisch an den folgenden Kliniken: KSSG (lead center), US Basel, LUKS Luzern, KS Graubünden Chur, KS Baden, Inselspital Bern, HFR – Fribourg, Clinica Luganese, HUG Geneva, Spitalzentrum Biel. Zum aktuellen Zeitpunkt liegen die Proben von ca. 1'200 Patienten vor.

 

Reduktion der bakteriellen Besiedelung von urologischen Medizinprodukten

Eine Vielzahl von Medizinprodukten soll bei verschiedenen Erkrankungen den Harnabfluss sicherstellen. So gewährleisten z.B. Harnleiterschienen den Abfluss des Urins von den Nieren in die Harnblase, und Blasenkatheter stellen die Ausscheidung des Urins aus der Harnblase sicher.

Medizinprodukte im Bereich der Harnwege haben generell ein sehr hohes Risiko für eine bakterielle Besiedelung. Dadurch können sich schwere Infektionen entwickeln, und es kann ein vorzeitiger Austausch von Harnleiterschiene oder Blasenkatheter notwendig werden.

Wir arbeiten daran, diese Medizinprodukte besser verträglich zu machen und ihre Besiedelung mit Bakterien zu verlangsamen oder gar ganz zu verhindern. Hierzu besteht eine intensive Zusammenarbeit mit dem «Laboratory for Biointerfaces» der Empa in St. Gallen (Swiss Federal Laboratories for Materials Science and Technology). Das Projekt umfasst diverse Teilprojekte. Neben experimentellen Untersuchungen werden auch translationale und klinische Fragestellungen bearbeitet.

empa
Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Biofilms mit kristallinen (weiss) und bakteriellen (gelb, rot) Bestandteilen auf einer Harnleiterschiene (violett). Copyright: Empa (Swiss Federal Laboratories for Materials Science and Technology); all rights reserved.