Bruch der Speiche/des Unterarms

Distale Radiusfraktur

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  • St.Gallen
  • Rorschach
Der körperferne Speichenbruch ist der mit Abstand häufigste Knochenbruch des Menschen.

Studien aus den USA haben gezeigt, das Knochenbrüche der Hand und des Unterarms ca. 1.5% aller Konsultationen in Notaufnahmen darstellen. Hiervon wiederum waren 44% Knochenbrüche der körperfernen Speiche. Insgesamt besteht laut Studien für die Population der weissen Frauen im Alter von 50 Jahren ein Risiko von 15% im Rahmen ihres Lebens einen Bruch der körperfernen Speiche erlitten zu haben (Männer: 2%). Statistisch zeigt sich eine Häufung der Knochenbrüche v.a. im jungen Erwachsenenalter (Hochenergieverletzungen: Stürze aus grösserer Höhe, Sportverletzungen, Verkehrsunfälle) sowie im höheren Lebensalter (Stürze auf gerader Ebene, Osteoporose).

Vor allem bei Hochenergieverletzungen kommt es häufig zu Begleitverletzungen an der Hand.

Sonderformen (häufig synonym gebraucht)

Colles-Fraktur, Smith-Fraktur, Chauffeur-Fraktur

Begleitverletzungen

Bruch der Elle (häufigste Begleitverletzung), Bruch des Kahnbeins (s.o.), Verletzungen der Handwurzelbänder, Verletzungen des Handgelenksmeniskus

Ursachen

Sturz auf das (meist ausgestreckte) Handgelenk, Längsstauchung des Armes.

Typische Beschwerden

Schwellung, Bluterguss, starke Schmerzen im Handgelenk, Bewegungseinschränkung, typische Fehlstellung des Handgelenkes mit Versatz nach Handrücken und / oder Speichenwärts (Daumenwärts). Bei stark verschobenen Brüchen kann es mitunter durch Druck der Bruchstücke auf Nerven am Handgelenk zu Missempfindungen und Taubheitsgefühl in den Fingern kommen.

Therapie

Bei Knochenbrüchen ohne schwere Begleitverletzungen stellt die Erstversorgung eine Ruhigstellungstellung in einer Gipsschiene, ggf. auch in Kombination mit den geschlossenen Einrichten des Bruches, dar. Hiernach stellen zunächst die Schmerztherapie und Abschwellung (Hochlagerung oberhalb des Herzens, Kühlen) die wichtigsten Erstmassnahmen dar.

Bei einfachen, nicht oder nur gering verschobenen Brüchen sowie in Einzelfällen bei Patienten im hohen Alter oder mit schweren Begleiterkrankungen, welche ein sehr hohes Narkose-/Operationsrisiko darstellen, kann die konservative Behandlung erfolgen.

Bei komplizierteren Knochenbrüchen stellt jedoch die operative Versorgung nach ausreichender Abschwellung (normalerweise 5-7 Tage nach Unfall) die Behandlungsmethode der Wahl dar.

Nur in Ausnahmefällen (offener Knochenbruch, Verrenkungsbruch des Handgelenkes, Druck von Bruchstücken auf die Handnerven mit Taubheitsgefühl trotz geschlossenem Einrichten) ist eine sofortige Operation notwendig.

Osteoporose

Ein Bruch der Speiche kann (v.a. im höheren Alter) ein erster Hinweis auf eine Osteoporose sein. Sollte sich im Röntgenbild eine deutliche Verminderung der Knochensubstanz oder in der Operation ein sehr brüchiger, weicher Knochen zeigen, wird im Verlauf eine weitere Abklärung der Osteoporose (u.A. durch eine Messung der Knochendichte) empfohlen, so dass eine frühzeitige Therapie einer Osteoporose zur Vorbeugung weitere Knochenbrüche eingeleitet werden kann. Unsere Kollegen der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, Osteologie und Stoffwechselerkrankungen stehen hierzu gerne zur Verfügung.