Wundversorgung chronischer Wunden

(Apligraf, Cellutom, Epidex)

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  • St.Gallen
In unserem Wundambulatorium Angiologie behandeln wir chronische Wunden, d.h. Wunden, welche innerhalb von 4 bis 12 Wochen nach Entstehung trotz konsequenter Therapie keine Heilungstendenz zeigen.

Die häufigsten Arten der chronischen Wunden sind:

  • Gefässbedingte Ulcera cruris (offenes Bein)
  • Diabetisches Fusssyndrom
  • Dekubitus (Wundliegen)

Das angiologische Wundambulatorium kümmert sich im Rahmen der "Wound-Care" insbesondere um die Diagnostik und moderne Behandlung der Ulcera cruris (chronische Unterschenkelwunde = das offene Bein). Die häufigste Ursache dieser Wunden sind zu 65 % venös bedingt, weitere 10% arteriell-venös, 10% arteriell, 10% neuropathisch (= Erkrankung des Nervensystems z.B. beim Diabetiker), 5% andere.

Aus der Vielzahl der Ursachen ergibt sich, dass man der Wunde ihren Ursprung nicht immer ansehen kann. Um also eine solche Wunde zur Abheilung zu bringen, muss neben der adäquaten lokalen Wundbehandlung ebenfalls die Ursache der fehlenden Abheilung ermittelt und behandelt werden. Das heisst, die moderne Wundbehandlung, wie sie an unserem Wundambulatorium ausgeführt wird, setzt sich aus folgenden 3 Teilen zusammen:

  1. Abklärung der zugrundeliegenden Erkrankung
  2. Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung
  3. Lokale Wundbehandlung mit modernsten Materialien ("Wound-Care")

Lokale Wundbehandlung

In diesem Bereich hat sich innerhalb der letzten Jahre viel getan. Der altbekannte Spruch „Die Wunde braucht Luft“ ist zumeist nicht richtig. Es gibt zwar bestimmte Wunden, die bis zum Behandlungserfolg trocken, also luftig gehalten werden müssen. Allerdings gilt für den grössten Teil der chronischen Wunden eine andere wichtige Regel. Seit 1962 weiss man, dass Wunden, die feucht gehalten werden, schneller abheilen. Ziel der Wound-Care ist es also, die Wunde sauber und feucht zu halten. Die modernen Verbandsstoffe helfen, diese Bedingungen zu erreichen.

Neben den Verbandsstoffen nimmt der Verbandwechsel mit der Reinigung der Wunde eine wichtige Stelle ein. Dabei werden Zelltrümmer, Wundsekrete, Eiweisse, etc. entfernt. Sind die Verunreinigungen hartnäckig, muss ein sogenanntes Débridement durchgeführt werden. Dieses kann chirurgisch mit Skalpell, Schere und Pinzette, enzymatisch mit Enzymsalben, biologisch als Maden-Therapie oder mechanisch mit Wasserstrahl- oder Ultraschall-Debritom durchgeführt werden.

Hautersatzverfahren

Weitere Verfahren sind die Züchtung von oberflächlichen Hautzellen aus den Zellen von Haarwurzelscheiden des Patienten und die Deckung der Wunde mit einer Art Kunsthaut (körperfremde Zellen). Beide Verfahren führen meist zu einer deutlich schnelleren Abheilung der Wunden. Jedoch sind nicht alle Wunden für diese Verfahren geeignet.

Chirurgisches Verfahren

Wenn eine Wunde sehr gross ist, kann die Abheilungszeit durch Hauttransplantationen oder andere Hautersatzverfahren deutlich verkürzt werden. Als chirurgisches Verfahren wird meist die Deckung mit Spalthaut (Thiersch-Spalthauttransplantation, Meshgraft-Verfahren) eingesetzt. Hierbei wird am Oberschenkel Haut mit einem speziellen Thiersch-Messer entnommen und damit die Wunde gedeckt. Wenn die Wunde deutlich grösser als die entnommene Haut ist, wird die Haut durch Einschneiden in eine Gitterstruktur (Mesh = englisch Netz) in ihrer Fläche vergrössert.

Die genannten Untersuchungen und Verfahren führen wir im angiologischen Wundambulatorium in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Ärzten der Chirurgie, Dermatologie, Endokrinologie sowie Rheumatologie durch.