Die Geburt

Der grosse Moment ist da - das ganze Team der Frauenklinik ist um Ihr grösstmögliches Wohlbefinden besorgt.

Wann muss ich mich an die Frauenklinik wenden?

Bitte melden Sie sich bei folgenden Fällen telefonisch in der Frauenklinik:

  • Bei Fruchtwasserabgang
  • Bei einer Blutung
  • Bei schmerzhaften und andauernden Wehen vor der 37. Schwangerschaftswoche
  • Bei einem Dauerschmerz im Bauch
  • Bei Durchfall oder Erbrechen, das Sie zu Hause nicht mehr stoppen können.
  • Wenn Sie sich daheim unwohl fühlen oder ein komisches, auch ungreifbares Gefühl haben.
  • Wenn sich Ihr Kind nicht mehr gut bewegt und Sie es auch nicht mehr wecken können.
  • Wenn Sie sehr erschöpft sind, weil die Vorwehen Sie nicht mehr schlafen lassen.
  • Bei Wehen (beim ersten Kind: 2-3 Stunden lang regelmässig alle 4-5 Minuten, bei Mehrgebärenden früher)

Telefon Gebärsaal:  +41 71 494 20 42

Bei Unsicherheiten melden Sie sich bei Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt/Ärztin. Falls diese nicht erreichbar sind, können Sie sich jederzeit im Gebärsaal melden.

Viele Fragen können am Telefon geklärt werden. Falls zusätzlich eine Kontrolle nötig ist, kann gleich ein Termin vereinbart werden. Dies bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Sie stationär in der Frauenklinik bleiben müssen.

Betreuung der Geburt

Die Betreuung der Geburt besteht in erster Linie in der Beobachtung des individuellen Geburtsablaufs.

Sie werden kontinuierlich von einer Hebamme begleitet, die Sie über den Fortgang der Geburt informieren und mit der Sie Ihre Wünsche und Fragen besprechen können.

Es ist in erster Linie die Hebamme, die bei unkompliziertem Verlauf die gebärende Frau betreut und ihre Erfahrung z.B. mit Homöopathie, Aromen, Wickeln, Massage und anderen beliebten Mitteln einbringt. Einige Hebammen wie auch Ärztinnen oder Ärzte arbeiten situationsbezogen mit Akupunktur. Wer konkrete Vorstellungen so genannter alternativer Praktiken mitbringt, darf dies gerne mit uns besprechen. Wir werden, immer mit Blick auf ein gutes Voranschreiten der Geburt, nach Möglichkeit darauf eingehen. Zwischendurch werden Sie auch von der mitverantwortlichen Ärztin oder dem Arzt besucht. Bei der Geburt des Kindes stehen Ihnen jeweils Hebamme und Ärztin bzw. Arzt als Team bei.

In das natürliche Geburtsgeschehen wird nur bei sich anbahnender oder offentsichtlicher Abweichung vom wünschbaren Ablauf eingegriffen. Wir erläutern Ihnen alle medizinisch notwenidg und sinnvoll erscheinenden Massnahmen vor deren Durchführung. Es gibt nur ganz wenige Situationen, in denen Handeln vordringlicher ist als Erklären. Wo immer Sie sich unsicher fühlen, fragen Sie bitte Ihre Betreuerinnen und Betreuer.

Geburtsverlauf und Gebärhaltung

Geburtsverlauf und Gebärhaltung beeinflussen sich gegenseitig. Solange nicht medizinische Gründe eine bestimmte Körperhaltung notwendig werden lassen, kann die Mutter die von ihr bevorzugte Position einnehmen. Verschiedene Hilfsmittel unterstützen Sie dabei wie spezielle Stuhl-, Bett- und Kissenmodelle, der Maja-Hocker, der grosse Gymnastikball oder die Gebärwanne. Viele Frauen schätzen die Möglichkeit, in einem warmen Bad Entspannung zu finden oder im warmen Wasser zu gebären.

Viel entscheidender als eine ganz bestimmte Körperhaltung ist die Unvoreingenommenheit, die Geburt so hinzunehmen und zu gestalten, wie sich dies im Einzelfall und in der Einzigartigkeit des Geschehens anbietet.

Schmerzlinderung

Bei vielen Geburten ist kein Schmerzmittel nötig. Oft hilft es aber, starke Geburtsschmerzen erträglicher werden zu lassen. Bewegung und Massagen sind ebenso Möglichkeiten zur Schmerzlinderung wie ein Bad. Der Einsatz und die Auswahl eines Schmerzmittels werden mit Ihnen besprochen.

Eine besondere Methode zur Schmerzlinderung ist die Periduralanalgesie (PDA, auch Epiduralanalgesie genannt, eine rückenmarknahe Schmerzbehandlung). Darunter versteht man die Gabe von Schmerzmitteln über einen kleinen Schlauch, der nach einer örtlichen Betäubung zwischen zwei Dornfortsätzen der Lendenwirbelsäule vorgeschoben wird. Zuständig für das Anlegen der Periduralanalgesie ist ein Anästhesiearzt. Die Anästhesisten sind rund um die Uhr im Spital. Es handelt sich um eine sehr wirksame Schmerztherapie. Die Risiken sind gering und Komplikationen selten. Informationen dazu finden Sie in einer gemeinsam von Geburtshelfern und Anästhesisten herausgegebenen Broschüre, siehe unten. Ihre Fragen können auch an den Elternabenden oder nach dem Eintritt in die Klinik besprochen werden.

Die Anästhesieärzte sind gerne bereit, Ihnen noch vor Ihrem Klinikeintritt in der Anästhesie-Sprechstunde persönlich über die Periduralanalgesie Auskunft zu geben (Terminvereinbarung über Telefon 071 494 15 21).

Sehen Sie hierzu oben erwähnte Broschüre "Die Regionalanästhesie zur Schmerzlinderung bei der Geburt neues Fenster"

Operative Geburtshilfe und Dammschnitt

Operative Geburtshilfe

Gelegentlich ist operative Hilfe nötig. Wenn die Geburt genügend weit vorangeschritten ist, so kann der Einsatz der Saugglocke oder der so genannten Zange genügen. Ergibt sich die Notwendigkeit einer Kaiserschnittoperation, so findet diese im Operationssaal statt. Verschiedene Anästhesiemethoden stehen dabei zur Verfügung. Auf Wunsch der Eltern kann der Partner seine Frau während der Operation begleiten. Sollten ausnahmsweise äussere Umstände diese Begleitung nicht zulassen, so würden wir Ihnen dies mitteilen.

 

Dammschnitt

Ein Dammschnitt wird nur dann vorgenommen, wenn aus irgendeinem Grund eine Verkürzung der Schlussphase der Geburt für Mutter und Kind angezeigt ist oder wenn der Eindruck einer möglichen grösseren Verletzung der Mutter aufkommt. Es ist ein Ziel jeder Geburtsleitung, Gewebeverletzungen zu vermeiden oder möglichst gering zu halten.

Kaiserschnitt auf Wunsch

Das ist ein Thema, welches nicht auf ein paar Zeilen abschliessend abgehandelt werden kann. Dazu nur kurz einige Hinweise:

Es besteht kein Zweifel, dass eine ungestört verlaufende Geburt ohne operativen Eingriff und mit bedarfsgerechter Schmerzlinderung für Mutter und Kind das schonendste Geschehen darstellt und am ehesten auch zu einem guten Erlebnis führt. Von keiner Geburt kann im Voraus gesagt werden, ob sie ohne operative Hilfe zu Ende geht, auch wenn dies glücklicherweise meistens so ist. Eine Geburt kann durchaus gesundheitliche Folgen für eine Frau zeitigen. Das gilt allerdings ebenso für Operationen. Letztlich sollte eine Frau, wenn sie über Vor- und Nachteile der verschiedenen Geburtsarten gut genug informiert ist, selber bestimmen dürfen, ob sie für sich lieber eine Entbindung mittels geplantem Kaiserschnitt will.

Der Kaiserschnitt mag auf kurze Sicht bei vielen Sorgen als die praktische Hilfe erscheinen. Tatsächlich sind Komplikationen eines Kaiserschnittes, auch Spätfolgen für die Frau, selten. Es gibt sie aber auch. Sie werden in der Diskussion über diese Operation zu Unrecht oft ausgeblendet. Ob ein ohne medizinische Notwendigkeit durchgeführter Kaiserschnitt schliesslich auch dem Kind gegenüber zu rechtfertigen ist, muss mindestens als offene Frage bezeichnet werden. Wir kennen die Auswirkungen des Geburtsgeschehens, sei es das kraftvolle, langsame Schieben (bei Bedarf auch Ziehen) durch den natürlichen Geburtsweg oder das plötzliche Herausholen beim Kaiserschnitt, sowohl in biologischer als auch in psychologischer Hinsicht noch viel zu wenig. Zur Unterstützung der gebärenden Frau gibt es heute exzellente Hilfen, insbesondere für die Schmerzlinderung. Das Gleiche kann in Bezug auf die Überwachung des Kindes gesagt werden. Wenn wir als Geburtshelfer aus unserer Berufserfahrung eine Empfehlung abgeben dürfen, dann ganz klar diese: Keine unnötigen Operationen!

Unsere Ärztinnen und Ärzte sowie unsere Hebammen stehen Ihnen gerne für ein Gespräch zur Verfügung.

Der Kaiserschnitt ohne medizinische Indikation ist keine Pflichtleistung der Krankenversicherung.

Ambulante Geburt

Damit Mutter und Kind wenige Stunden nach der Geburt nach Hause zurückkehren können, sind im Voraus einige Vorbereitungen zu treffen. In unserem Sekretariat ist die Adressliste frei praktizierender Hebammen für Ihre Betreuung zu Hause erhältlich. Nehmen Sie mit einer dieser Hebammen zwei bis drei Monate vor der erwarteten Niederkunft Kontakt auf und vergewissern Sie sich, dass die Hebamme am Termin erreichbar ist. Organisieren Sie Ihren Haushalt für die Zeit nach der Rückkehr aus der Klinik. Seien Sie wenn möglich für die Wahl des Kinderarztes schon vor der Geburt Ihres Kindes besorgt. Eine Entlassung nach Hause kurz nach einer Geburt ist möglich bei Wohlbefinden der Mutter, normalem Blutverlust, wenn keine operativen Massnahmen während der Geburt notwendig waren und wenn das Aufstehen ohne Probleme möglich ist. Das Kind muss am Termin geboren sein. Die Umstellung und Anpassung von Atmung und Kreislauf haben ohne Probleme zu geschehen, und das Trinkverhalten muss gut sein. Der Name des künftigen Kinderarztes sollte bekannt sein. Ausserdem muss die Geburt zu einer geeigneten Tageszeit abgeschlossen sein. Von Austritten nach 18 Uhr raten wir grundsätzlich ab.

 

Beachten Sie zudem, dass "ambulant" im Tarifwesen lediglich eine Dauer des Klinikaufenthalts von weniger als 24 Stunden bedeutet und sich nicht etwa nach der Dauer des Aufenthalts nach der Geburt richtet.

Blutstammzellen

Aufbewahrung von Nabelschnurblut für spätere Stammzellengewinnung

Die Aufbewahrung von Nabelschnurblut eines Neugeborenen zum Zwecke eines eventuellen späteren persönlichen Gebrauchs ist aus wissenschaftlicher, praktischer und ethischer Sicht noch mit Fragezeichen zu versehen. Wir befürworten die wissenschaftliche Tätigkeit auf diesem viel versprechenden Gebiet der Medizin. Bezüglich der privaten Einlagerung von Nabelschnurblut teilen wir die Bedenken, welche im Bericht der "European Group on Ethics in Science and New Technologies" Nr. 19 vom 16. März 2004 zum Ausdruck kommen. Sobald die Organisation der öffentlichen Nabelschnur-Blutbanken (analog den Blutspendezentren) in der Schweiz es erlaubt, werden wir mit dem Einverständnis der Eltern die Einlagerung von Nabelschnurblut in einer solchen Blutbank unterstützen.

 

Was die Einlagerung von Nabelschnurblut zu privaten Zwecken anbelangt, so entnehmen wir auf Wunsch der Eltern bei gegebener Möglichkeit das Blut aus der Nabelschnur. Die Vorbereitungsarbeiten sind von den Eltern vorzunehmen. Die Links zu den in der Schweiz amtlich zugelassenen unf uns bekannten Blutbanken sind nachstehend angeführt. Wir vermitteln von uns aus keine Kontakte.

 

Öffentliche Blutbanken:

www.blutstammzellen.ch

www.swisscordblood.ch

 

Private Blutbanken:

www.cryo-save.com

www.pcsc.ch 

www.vita34.ch