Varizen

Krampfadern sind eine weitverbreitete „Erkrankung", ca. 30 % der erwachsenen Bevölkerung haben behandlungsbedürftige Krampfadern. In ca. 70 % wird eine Neigung zu Krampfadern vererbt, sie können auch als Folge von Thrombosen, durch stehende Berufe und Wärme (z.B. Koch) entstehen. Schwangerschaften begünstigen die Entstehung von Krampfadern. Die Krampfadern gehören zu den Venen, also den Blutgefässen, die das Blut entgegen der Schwerkraft zum Herzen zurücktransportieren.

Unsere Erfahrung

Wir führen an dem Standort Rorschach, ebenfalls Kantonsspital St. Gallen, eine Sprechstundentätigkeit mit ca. 500 Konsultationen pro Jahr durch. Pro Jahr erfolgen ca. 150 operative Eingriffe, welche in der Regel ambulant vorgeplant werden.

An Komplikationen darf man das Wiederauftreten von Krampfadern in ca. 15 % neben Nachblutungen, Entzündungen, Thrombosen, Gefühlsstörungen ca. 5- 10 % häufig reversibel, Ausfällen der Bewegung in ca. 0,2 pro Mille, Verletzung von Arterien bzw. tiefen Venen nennen. Letztere sind sehr seltene doch äusserst schwerwiegende Komplikationen und traten in unserer Klinik nicht auf. Der Vorteil des kleineren Spitals ist die Individuellere, persönlichere, familiäre Betreuung und Behandlung. Da es sich um eine Funktionsstörung mit geringen unspezifischen Symptomen handelt, muss eine Versorgung ohne Zeitdruck an Hand eines individuellen Planes erfolgen, welchen wir gerne für Sie erstellen.

Diagnostik/Therapie

Diagnostik

Die therapeutischen Massnahmen richten sich nach dem Schweregrad der Funktionsstörung. Es ist durchaus gerechtfertigt bei einer geringen Ausprägung auch keinerlei Massnahmen zu ergreifen, da das Leiden sehr langsam fortschreitet und mögliche therapeutische Risiken berücksichtigt werden müssen. Als prophylaktische Massnahmen gelten das Tragen von Kompressionsstrümpfen sowie ein gesunder Ausgleich mit Bewegung. Salben und Tabletten haben eine geringe Wirkung. Es gilt dabei zu beachten, dass die Veränderungen der Venenklappen, welche zur Krampfaderbildung führen überwiegend vererbt sind. Es ist deshalb wenig vorstellbar, dass ein Druck von aussen durch einen Strumpf diese vererbte vorgegebene Veränderung verhindern kann. Die Verödung, das heisst durch Injektion einer Substanz in die Vene, bewirkt über eine Entzündungsreaktion einen Verschluss des Gefässes. Diese Therapie wird ambulant zur Behandlung von Besenreisern, feinen Krampfadern und zur ergänzenden Behandlung bei „ offenem Bein" eingesetzt. Zu beachten sind hierbei Entzündungen, Reaktionen der Gewebe, selten lokale Gewebszerstörung, sehr selten am Fuss Durchblutungsstörungen, welche durchaus schwer beherrschbar sein können. Diese Massnahme hat einen therapeutischen und auch nicht unerheblichen kosmetischen Aspekt, deshalb wird vorgängig immer einer Übernahme der Kosten mit der Krankenversicherung abgeklärt. Die operative Therapie bietet ein breites Spektrum. Neben den seit langem etablierten Verfahren, Zugang zur Mündung der Krampfader in der Leiste oder Kniekehle und dem „Strippen" also Herausziehen der Krampfader, gibt es Verfahren wobei Sonden, welche hochfrequenten Schall oder Laserlicht abgeben. Die Krampfader wird dabei erhitzt und „verklebt", bleibt im Gegensatz zum „Strippen" im Körper und baut sich über eine Entzündungsreaktion ab. Bei den letztgenannten Verfahren wird auch die Verbindungsstelle in der Leiste zwischen der tiefen Vene und der Krampfader nicht korrigiert. Besteht ein Geschwür „offenes Bein" so wird dieses auch unter Zuhilfenahme eines Endoskops, das ist eine Kameravorrichtung, versorgt. Zusätzlich kommen hier weitere Massnahmen wie die Verödung, Wundreinigung und Verbandskonzepte zum Tragen. Die überwiegende Anzahl der Eingriffe erfolgt ambulant und eine Thromboseprophylaxe ist nur in seltenen Fällen erforderlich.

Therapie

Die notwendigen Untersuchungen bestehen in einer körperlichen Untersuchung des lokalen Befundes, wobei auch die Beschaffenheit der Haut und der daruntergelegenen Strukturen wichtige Hinweise auf den Schweregrad des Leidens gibt. Es erfolgt eine apparative Funktionsprüfung des Venensystems, um das Ausmass der Funktionsstörung durch die Krampfaderbildung abzuschätzen. Zusätzlich wird mit einer Ultraschalluntersuchung eine bildgebende Diagnostik und Funktionsprüfung auch der tiefen Venen durchgeführt. Bei älteren Patienten wird die arterielle Untersuchung mit überprüft. Ausnahmsweise müssen bei speziellen Fragestellungen noch Röntgenuntersuchungen erfolgen.

Weitere Informationen

Varizen
Krampfadern entstehen, wenn die Klappen, das sind segelartige Gebilde, wie Schleusen, nicht mehr schliessen und das Blut in Richtung Schwerkraft zurückfliesst. Dadurch entsteht eine sackartige Erweiterung mit Schlängelung und sichtbarer Knotenbildung. Der Begriff Krampfader beschreibt diesen Verlauf und kommt von dem Wort „Krummader", hat nichts mit Krämpfen zu tun. Das Blut bleibt also in der Vene stehen und wird beim Pressen, z.B. Heben eines schweren Gegenstandes oder Spielen eines Blasinstrumentes, durch die schadhafte Klappe zurückgepresst. Es kommt über einen langen Zeitraum von Jahren zu einer zunehmenden Entwicklung in Richtung Schwerkraft und durch die Stauung und Überwärmung der Haut zu einer späten Schädigung derselben mit Bildung eines Geschwürs. Die Krampfadern werden oft erst unterhalb des Kniegelenkes sichtbar, da sie am Oberschenkel unter einer Fettschicht verlaufen. Beschwerden können ein Schweregefühl oder eine Schwellneigung sein. Auch können Venenentzündungen durch Stillstand des Blutes in den Erweiterungen entstehen. Wichtig ist auch noch ein Wort zu den „tiefen Krampfadern". Der menschliche Körper ist so aufgebaut, dass es Venen gibt, die ausserhalb (oberflächlich)der Muskulatur verlaufen und solche, die zwischen (tief) der Muskulatur verlaufen, die Krampfadern gehören zu den ersteren. Tiefe Venen können sich auch in Form eine Krampfader verändern, dies als Folge einer Thrombose.