Schwarzer Hautkrebs (Melanom)

Das Melanom welches umgangssprachlich auch als schwarzer Hautkrebs bezeichnet wird ist eine bösartige Erkrankung der Haut welche von den Melanozyten ausgeht. Diese Zellen, welche den Farbstoff Melanin bilden, sind für die Braunfärbung der Haut verantwortlich. Wie bei allen bösartigen Erkrankungen vermehren sich diese Zellen unkontrolliert. Das Melanom gilt als ein aggressiver Tumor da er zu einer frühzeitigen Metastasierung neigt. Dies bedeutet dass der Tumor in anderen Organen Ableger bilden kann. Zu einer solchen Ausbreitung der Erkrankung kommt es indem bösartige Zellen über die Lymph- oder die Blutbahn ins Körper innere gelangen und an verschiedenen Stellen wie z.B. an der Leber neue Tumore bilden.

Unsere Erfahrung

Die Entfernung des Melanoms wird an unserer Klinik meist ambulant durchgeführt. Komplikationen sind nach einem solchen Eingriff welcher oft in lokaler Betäubung durchgeführt wird sehr selten. Die Entfernung des Wächter-Lymphknotens ist aufwendiger und benötigt einen Spitalaufenthalt von meist 2-3 Tagen. Hierfür müssen Sie einen Tag vor der geplanten Operation eintreten damit der harmlose radioaktive Farbstoff eingespritzt werden kann. Nach diesem Eingriff kann sich selten eine Lymphfistel bilden welche den Spitalaufenthalt verlängern kann.

Diagnostik/Therapie

Diagnostik

Wichtig ist vor allem das maligne Melanom früh zu erkennen da hiermit die beste Heilungschange besteht. Es ist somit unablässig besonders bei Menschen welche ein erhöhtes Risiko für die Bildung eines malignen Melanoms aufweisen in regelmässigen Abständen die Muttermale bezüglich Veränderungen in Grösse, Farbe, Form und Durchmesser zu Untersuchen. Wird ein malignes Melanom vermutet sollten die weiteren Untersuchungen bei einem Hautarzt (Dermatologen) erfolgen. Der Hautarzt wird die verdächtige Hautstelle zunächst genau betrachten, unter anderem mithilfe einer Art Lupe, dem Dermatoskop. Besteht weiterhin der Verdacht auf ein malignes Melanom wird in einem ersten Schritt eine Excisionsbiopsie in lokaler Betäubung durchgeführt. Hierbei wird das verdächtige Muttermal mit einem minimalen Sicherheitsabstand von 1-3 Millimetern vollständig entfernt und zur pathologischen Untersuchung gesendet. Es wird untersucht ob es sich um eine gutartige (benigne) oder bösartige (maligne) Veränderung handelt. Bestätigt sich die Diagnose eines malignen Melanoms wird das Stadium des Tumors anhand der Tumordicke bestimmt. Basierend auf diesem Tumorstadium entscheidet sich das weitere Vorgehen. Um festzustellen, ob sich der Tumor schon im Körper ausgebreitet hat werden unter Umständen noch andere Untersuchungen durchgeführt, zum Beispiel eine Knochenszintigraphie, oder eine Ultraschalluntersuchung der inneren Organe.

Therapie

Steht die Diagnose fest, muss im Bereich des entfernten Melanoms die umliegende gesund erscheinende Haut weggeschnitten werden (Sicherheitsabstand). Damit vergrössert sich die Chance, dass Krebszellen, die eventuell in die nähere Umgebung gewandert sind entfernt werden. Das Ausmass dieser Operation hängt von der anfänglichen Eindringtiefe des  Melanoms ab. Zusätzlich wird ab eine Eindringtiefe von 1mm, ab dieser Grenze besteht ein erhöhtes Risiko für Metastasen, eine Biopsie des sogenannten Wächter-Lymphknotens (Sentinel-Lymphknoten-Biopsie) durchgeführt, um zu prüfen, ob sich Krebszellen darin angesammelt haben. Dazu wird vor der geplanten Operation im Bereich um das Melanom ein harmloser radioaktiver Farbstoff eingespritzt. Dieser Farbstoff wird über die Lymphbahnen abtransportiert und sammelt sich im Wächter-Lymphknoten an. Der bzw. die Wächter-Lymphknoten werden im Anschluss operativ entfernt und mittels Färbung unter dem Mikroskop begutachtet. Dadurch ist es möglich mikroskopisch kleine Absiedlungen des Melanoms in diesen Lymphknoten zu erkennen. Ergibt der Befund den Nachweis von Tumorzellen, werden in einem erneuten operativen Eingriff die gesamten Lymphknoten dieser Region entfernt. Stellt sich nach erfolgter Abklärung und Operation heraus dass die Erkrankung auf die Haut beschränkt war sind keine weiteren Therapien notwendig. Es muss lediglich eine regelmässige Nachkontrolle erfolgen. Bei fortgeschrittenen Stadien mit allfälliger Lymphknotenbeteiligung und/oder Metastasen bestehen in Abhängigkeit  von der Art des malignen Melanoms, dem Stadium der Erkrankung sowie Alter und allgemeinem Gesundheitszustand des Patienten weitere Therapiemöglichkeiten. Unter anderem kann eine Bestrahlung in Frage kommen, ansonsten gib es die Chemotherapie, Interferonbehandlung oder andere Immuntherapien welche für die Melanombehandlung mit Metastasen eingesetzt werden.

Weitere Informationen

Das Melanom kann auf der ganzen Haut entstehen. In selteneren Fällen kann es auch im Auge entstehen. Man spricht dann von einem Aderhautmelanom. Von 100‘000 Personen erkranken in der Schweiz pro Jahr ca. 24 Personen neu an einem malignen Melanom. In der Schweiz erkranken somit etwa 2100 an einem malignen Melanom. Das sind rund 6% aller Krebserkrankungen. Das Melanom gehört damit zu den häufigsten Krebsarten. Wiederholte Sonnenbrände, vor allem in der Kindheit, und eine starke Belastung mit Sonnenstrahlen (UV-Licht) erhöhen das Risiko für die Bildung eines Melanoms. Die Belastung durch die UV-Strahlen kann eine Schädigung des Erbmaterials (DNA) im Zellkern der Melanozyten bewirken. Die Meisten dieser geschädigten Zellen sterben ab oder werden repariert. Gelingt dies nicht so kann aus der geschädigten Zelle ein malignes Melanom entstehen. Ein weiterer Risikofaktor ist eine hohe Anzahl von Muttermalen oder Leberflecken. Hinzu kommt eine angeborene Veranlagung. Bei einem von zehn Patienten mit Melanom ist ein Familienmitglied ersten Grades (z.B. Eltern oder Kinder) ebenfalls betroffen. Auch der Hauttyp ist ein Risikofaktor. Zusammenfassend kann man sagen dass Menschen mit einer hellen Haut, welche leicht einen Sonnenbrand bekommen und nur schwer braun werden, zur Bildung von Sommersprossen neigen, blonde oder rote Haare und blaue oder grüne Augen haben ein erhöhtes Risiko aufweisen für die Entwicklung eines malignen Melanoms. Typisch für ein malignes Melanom ist eine Veränderung der Farbe, der Grösse, der Form und des Durchmessers eines Leberfleckes. Solche Veränderungen können langsam über Monate oder sogar Jahre von statten gehen. Kommt es im Bereich eines Leberfleckes leicht zu Blutungen ist dies ein Alarmzeichen und sie sollten einen Facharzt aufsuchen.