Peritonealmalignome

Das Bauchfell (Peritoneum) ist eine feine Haut, die die gesamte Bauchhöhle auskleidet. Das Peritoneum kann von verschiedenen Tumoren befallen werden.

Unsere Erfahrung

Die Klinik für Chirurgie des Kantonsspitals St.Gallen bietet das gesamte Spektrum der onkologischen Viszeralchirurgie an. Dazu gehören seit über 15 Jahren auch die chirurgische Behandlung von Peritonealmalignomen und die hypertherme intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC).

Folgende Erkrankungen werden am Kantonsspital St.Gallen mittels HIPEC behandelt:

  • Pseudomyxoma peritonei
  • Peritonealkarzinose gastrointestinaler Tumore
  • Peritonealmesotheliom
  • Fortgeschrittenes Ovarialkarzinom

Diagnostik/Therapie

Diagnostik

Pseudomyxom peritonei

Mittels einer Computertomographie in Kombination mit der Einnahme von Kontrastmittel kann die Ausdehnung des Pseudomyxoms sichtbar gemacht werden. Je nach Stadium des Tumors sind zusätzliche endoskopische Untersuchungen von Magen und Dickdarm oder urologische Untersuchungen notwendig. Falls Begleiterkrankungen bestehen, können vor einer allfälligen Operation weitere Untersuchungen von Herz und Lunge sowie eine Blutentnahme anfallen.

Therapie

Pseudomyxom peritonei

Zur Besprechung der optimalen Behandlung von Krebspatienten kommen die Spezialisten aus den beteiligten Fachrichtungen an sogenannten Tumorboards zusammen und beraten jeden onkologischen Fall einzeln. Die Bündelung dieses Spezialwissens und der direkte Diskurs in diesen Gremien erlaubt eine effiziente Abstimmung und Planung komplexer Abklärungs-, Therapie- und Nachsorgekonzepte.

Zytoreduktive Chirurgie

Die Zytoreduktion hat zum Ziel, sämtliches von Auge sichtbares Tumorgewebe aus dem Bauchraum zu entfernen, um danach eine HIPEC (erwärmte Chemotherapie) durchführen zu können. Dafür sind meist aufwändige und ausgedehnte chirurgische Eingriffe notwendig. Tumorbefallene Organteile müssen teilweise oder ganz entfernt werden. Zusätzlich wird das Bauchfell entfernt.

Selten kann erst während der Operation entschieden werden, ob eine HIPEC sinnvoll ist oder ob ein Tumordebulking ohne HIPEC angezeigt ist. Bleiben bei der Zytoreduktion kleinste Tumorreste übrig, können diese mittels HIPEC behandelt werden.  

Hypertherme intraoperative intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC)

Die HIPEC-Behandlung erfolgt während des operativen Eingriffs (intraoperativ). Das Chemotherapeutikum wird erwärmt und direkt in die Bauchhöhle gegeben (intraperitoneal). Die Tumorzellen erwärmen sich dadurch ebenfalls und sterben ab. Ein weiterer Effekt des erwärmten Chemotherapeutikums ist, dass der Körper die Tumorzellen besser erkennen kann und diese durch Abwehrmechanismen bekämpft. Das Chemotherapeutikum kann während circa 90 Minuten direkt am Einsatzort wirken. Weil es durch den lokalen Einsatz weniger in die Blutbahnen gerät, können sich die Nebenwirkungen vermindern.

Nachbehandlung

Nach einem ausgedehnten zytoreduktiven chirurgischen Eingriff ist eine mehrtätige Behandlung und Betreuung auf der Intensivstation notwendig. Das Kantonsspital St.Gallen verfügt über eine der grössten rein chirurgischen Inensivstationen der Schweiz. Speziell ausgebildete Fachärzte behandeln und betreuen die Patientinnen und Patienten rund um die Uhr.

Weitere Informationen

Das Pseudomyxom (Pseudomyxoma peritonei) ist eine sehr seltener, wenig bösartiger Tumor, der nur langsam fortschreitet und wächst. Dadurch wird die Diagnose häufig erst sehr spät gestellt. Beim Pseudomyxom beginnen sich die Zellen aus dem Magen-Darm-Trakt zu vermehren und unnatürlich viel zähflüssigen Schleim zu produzieren. Typischerweise stammen diese Zellen aus der Blinddarmregion. Dadurch kann es relativ schnell zum Anschwellen des Bilddarmes kommen. Platzt dieser, können die schleimbildenden Zellen in die freie Bauchhöhle eintreten, wo sie sich im Bauchfell (Peritoneum) einnisten. Dort setzen sie die Schleimproduktion fort. Die Bauchhöhle füllt sich und es entsteht ein sogenannter Gallertbauch. Durch den Schleim kann der Darm eingeengt werden, was zu Übelkeit und Erbrechen und zu einem erschwerten Stuhlgang führen kann. Liegen Schleimmassen in grossen Mengen vor, kann das Zwerchfell nach oben gedrückt und das Atmen erschwert werden. Das Pseudomyxom macht in der Regel keine Ableger (Metastasen) in anderen Organen oder in den Lymphknoten.