Pankreaskarzinom

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs ist keine einheitliche Erkrankung. Es werden verschiedene Formen unterschieden. Die häufigste Form ist das ductale Adenokarzinom. Liegt bereits eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronische Pankreatitis) vor, besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Unsere Erfahrung

Am Kantonsspital St. Gallen werden jährlich rund 50 Operationen an der Bauchspeicheldrüse durchgeführt.

Diagnostik/Therapie

Diagnostik

Grosse Pankreaspseudozyste (Pfeil) im Pankreasschwanz bei chronischer Pankreatitis
Abbildung 1: Grosse Pankreaspseudozyste (Pfeil) im Pankreasschwanz bei chronischer Pankreatitis

Eine Früherkennung des Bauchspeicheldrüsenkrebses beispielsweise durch Blutuntersuchungen ist bis heute nicht möglich. Durch seine anatomische Lage wird der Bauchspeicheldrüsenkrebs oft erst in fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert.

Ultraschall – Sonographie

Die Ultraschalluntersuchung gibt Aufschluss über die Tumorausdehnung. Weiter lassen sich auch eine Gallengangsstauung oder Lebermetastasen diagnostizieren.

Computertomographie (CT)

Zur Beurteilung der Tumorgrösse sowie dessen Lage und Abhängigkeit zu Nachbarorganen und Gefässen wird eine Computertomographie angewandt. Diese wird mittels der Einnahme von Kontrastmittel zusätzlich verstärkt. Auch ein möglicher Befall der Lymphknoten und der Leber können sichtbar gemacht werden.

Therapie

Als einziges Therapieverfahren mit grossen Heilungschancen gilt die operative Entfernung der Erkrankung. Da diese jedoch meist in fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert wird, können nur etwa 20% der Patienten operiert werden. Es gibt mehrere operative Verfahren zur Entfernung eines Pankreaskarzinoms. Am Kantonsspital St.Gallen werden die pyloruserhaltende Pakreatikoduodenektoie (PPPD), die klassische Operation nach Kausch-Whipple (Entfernung des Pankreaskopfes, des Duodenums, des distalen Gallenganges, der Gallenblase, des unteren Magendrittels und regionaler Lymphknoten) und die Pankreaslinksresektion angeboten. Je nach Ausdehnung der Erkrankung kann auch eine komplette Entfernung des Pankreas notwendig sein.

 

Weitere Informationen

Pankreas (gelb), Gallenwege (grün)Abbildung 2: Pankreas (gelb), Gallenwege (grün)

Die Bauchspeicheldrüse hat zwei Aufgaben. Der sogenannte exokrine Anteil produziert Verdauungsenzyme zur Eiweiss- und Fettverdauung. Der endokrine Anteil produziert die Hormone Insulin und Glucagon, welche hauptsächlich den Blutzuckerspiegel regulieren.

Bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse wird zwischen gut- und bösartigen Erkrankungen unterschieden. Die gutartige Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann akut oder chronisch auftreten. 30–60% der Patienten entwickeln Komplikationen wie pankreatische Pseudozysten, Verengung des Zwölffingerdarms, Einengung des Hauptgallenganges und Pankreasgangsteine.

Die häufigste Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist das ductale Adenokarzinom. Weiter gibt es noch viele andere Tumore wie Zystadenokarzinom, Acinuzellkarzinom oder neuroendokrine Tumore, die sich in ihrer Aggressivität und in ihrer Fähigkeit zur Bildung von Metastasen teilweise deutlich unterscheiden.

Wie bei anderen Krebserkrankungen auch stellt das Rauchen einen Risikofaktor zur Entwicklung des Pankreaskarzinoms dar. Zudem wird davon ausgegangen, dass bei Vorliegen einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronische Pankreatitis) ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Bauchspeicheldrüsenkrebs besteht.