Gallensteine (Cholezystolithiasis) / Gallenblasenentzündung (Cholezystitis)

Verändert sich die Löslichkeit der Gallenbestandteile können sich daraus Steine in der Gallenblase bilden. Diese Gallensteine können zu einer Abflussbehinderung im Bereich der Gallenwege führen. Weiter kann es auch zu einer Entzündung der Gallenblase (sogenannte Cholezystitis) kommen.

Unsere Erfahrung

Am Kantonsspital St.Gallen werden jährlich 750 operative Eingriffe aufgrund von Gallensteinen beziehungsweise Gallenblasenentzündungen durchgeführt.

Diagnostik/Therapie

Diagnostik

Gallensteine zeigen sich häufig in krampfartigen Oberbauchbeschwerden in der rechten Körperseite. Die Beschwerden können zusammen mit Übelkeit und Erbrechen auftreten. Wird ein Gallensteinleiden vermutet, wird vorerst eine Blutuntersuchung sowie ein Ultraschall des Bauches gemacht. Dadurch können die Gallensteine diagnostiziert und lokalisiert werden. Bei Gallensteinen, die sich in den Hauptgängen befinden, kommt es zu einer Erhöhung des gelben Blutfarbstoffes und der Leberwerte im Blut.

Ist zudem auch die Bauchspeicheldrüse zurückgestaut, können die von ihr gebildeten Enzyme im Blut erhöht sein. Anhand des Ultraschalls kann zusätzlich die Weite der Gallengänge vermessen werden.

Therapie

Hat sich ein Gallenstein in den Gallengängen verfangen, muss zuerst der Abfluss der Galle in den Zwölffingerdarm gewährleistet werden. Dazu wird eine endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) durchgeführt. Zur Beurteilung des Gallenhauptganges wird ein flexibles Instrument über den Mund in den Zwölffingerdarm eingeführt. Mittels weiteren Instrumenten können die Steine in diesem Bereich entfernt werden.

Befinden sich die Steine in der Gallenblase ist ein operativer Eingriff nötig, um die Gallenblase mitsamt den Gallensteinen zu entfernen. Diese Operation, die sogenannte Cholezystektomie, wird häufig in minimalinvasiver Technik durchgeführt.

Generell empfiehlt es sich auch bei einer erfolgreichen ERCP die Gallenblase minimalinvasiv zu entfernen.

Risikofaktoren

Frauen sind häufiger von Gallensteinen betroffen als Männer. Es kann davon ausgegangen werden, dass etwa jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann über 40 Jahre Gallensteine hat. Allerdings äussern sich die Gallensteine nur bei rund einem Viertel der Patienten in Beschwerden. Befinden sich die Gallensteine allerdings bereits im Gallengang, leiden die Betroffenen häufiger unter Beschwerden.

Zu den Risikofaktoren gehören Übergewicht, hohe Cholesterinwerte, Östrogen-haltige Medikamente und rascher Gewichtsverlust. Auch Diabetes und eine Schwangerschaft können das Risiko erhöhen.

Weitere Informationen

Die Gallenblase ist ein Organ, das an der Leber haftet. Sie dient zur Speicherung der Galle, welche durch die Leber produziert wird und für die Verdauung von Fetten notwendig ist. Die Gallenblase zieht sich bei der Verdauung zusammen und gibt die Gallenflüssigkeit über den Gallenwegshauptgang in den Zwölffingerdarm ab (Abbildung 1). Zu Beschwerden im Bereich der Gallenblase kommt es bei einer Abflussbehinderung. Diese wird meistens durch Gallensteine verursacht. Es kommt zu typischen krampfartigen Oberbauchschmerzen, sogenannte Gallenkoliken, die häufig nach der Nahrungsaufnahme auftreten. Gallenkoliken können von Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Bereich des rechten Schulterblattes begleitet werden.

Blockiert der Stein nicht nur den Aufführgang der Gallenblase sondern auch den Abfluss der Galle aus der Leber, kann dies zu Gelbsucht führen, da sich der Gallenfarbstoff im Blut anhäuft. In dieser Situation kann es auch zu einer Infektion der Gallenwege zur Leber kommen, einer sogenannten Cholangitis. In manchen Fällen bleibt der Stein kurz vor dem Übergang in den Zwölffingerdarm stecken. Es kommt zum Rückstau von Enzymen der Bauchspeicheldrüse, was zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (biliäre Pankreatitis) führen kann.

Nach der Entfernung der Gallenblase ist die Lebensqualität nicht eingeschränkt, da die Galle durch die Leber gebildet und direkt in den Zwölffingerdarm abgegeben wird.