Fortgeschrittener Eierstockkrebs – Ovarial Karzinom

Eierstockkrebs ist der zweithäufigste bösartige Tumor der inneren weiblichen Genitalorgane. Die beiden Eierstöcke sind seitlich an der Gebärmutter positioniert und liegen im Becken.

Unsere Erfahrung

Am Kantonsspital St.Gallen werden jährlich rund 40 Patientinnen mit einem sogenannten Ovarial Karzinom behandelt. Dabei werden die Patientinnen am Kantonsspital St.Gallen von einem interdisziplinären Team beraten, behandelt und betreut.

Diagnostik/Therapie

Diagnostik

Die Diagnostik beginnt mit einem ärztlichen Gespräch, wobei das Beschwerdebild und die Familienanamnese aufgenommen werden. Weiter wird eine erste körperliche Untersuchung gemacht. Die Untersuchung des Blutes auf spezifische Proteine, sogenannte Tumormarker, liefern zusätzliche Informationen.

Mit Ultraschall und einer Computer-Tomographie kann beurteilt werden, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat. Für die optimale Therapieplanung ist es wichtig zu wissen, um welchen Tumortyp es sich handelt. Dies kann mit einer Gewebeprobe (Biopsie) festgestellt werden.

Therapie

Zur Besprechung der optimalen Behandlung von Krebspatienten kommen die Spezialisten aus den beteiligten Fachrichtungen an sogenannten Tumorboards zusammen und beraten jeden onkologischen Fall einzeln. Die Bündelung dieses Spezialwissens und der direkte Diskurs in diesen Gremien erlaubt eine effiziente Abstimmung und Planung komplexer Abklärungs-, Therapie- und Nachsorgekonzepte.

FIGO 1Abbildung: FIGO I und FIGO II

Bei diesem Krebsstadium hat der Tumor die Eierstöcke befallen, respektive ist nur im Becken lokalisiert. Primär entfernt der Gynäkologe die Eierstöcke, die Gebärmutter, den Blinddarm, das grosse Netz und die regionalen Lymphknoten. Nach dem operativen Eingriff ist eine Chemotherapie vorgesehen.

FIGO 3 Abbildung: FIGO III

Bei diesem Krebsstadium hat sich der Tumor in der Bauchhöhle ausgebreitet. Ziel der Behandlung in diesem Stadium ist die komplette Entfernung des Tumors aus der Bauchhöhle primär mittels einer Operation.

Dabei müssen meist beide Eierstöcke, die Gebärmutter und die zugehörigen Lymphknoten im Becken entfernt werden. Je nach Ausdehnung des Tumors werden auch Teile des Bauchfells oder andere befallene Bauchorgane entfernt. In einigen Fällen, bei denen der Tumor bereits sehr ausgedehnt und flächig ist, wird die Bauchhöhle während des operativen Eingriffs direkt mit einer Chemotherapie gespült (Zytoreduktion kombiniert mit einer HIPEC). Meistens ist nach der Tumorentfernung mittels eines operativen Eingriffs zusätzlich eine Chemotherapie notwendig. Diese sollen verbliebene, nicht entdeckte Tumorzellen im Wachsen hindern und abtöten. Bei Tumoren, die aufgrund der zu starken Ausdehnung nicht primär operiert werden können, kann durch eine vorangehende Chemotherapie oftmals ein Rückgang erreicht werden. Danach kann eine Operation möglich sein. Bei Tumoren, die weit fortgeschritten sind und nicht operabel ist, kann bereits eine Chemotherapie gute Ergebnisse erzielen. Bestrahlungen werden selten angewendet.

FIGO IV Abbildung: FIGO IV

Bei diesem Stadium hat sich der Tumor über die Bauchhöhle hinaus ausgebreitet. Lunge, Knochen, Leber oder weitere Bauchorgane können davon betroffen sein. Meistens ist in diesem Fall zuerst eine Chemotherapie zur Reduktion des Tumorausmasses notwendig. Eine Operation wird individuell angezeigt.

Weitere Informationen

Die meisten Geschwulste oder Tumore an den Eierstöcken sind gutartig. Nur wenige Knoten sind von Anfang an bösartig oder verändern sich zu einem bösartigen Krebs. Frühe Tumorstadien beschränken sich auf die Eierstöcke respektive auf das Becken (FIGO I-II). Oft wird der Eierstockkrebs aber sehr spät entdeckt, weil er über lange Zeit keine Beschwerden verursacht.

Typischerweise befällt der Eierstockkrebs häufig das Bauchfell. Er überschreitet dabei aber die Grenzen des Bauchraums über weite Teile des Krankheitsverlaufes nicht (FIGO III). Dadurch verbessert sich die Prognose markant, da sich die Behandlung des Tumors auf die Bauchhöhle beschränkt. Eine Ausbreitung über die Bauchhöhle hinaus (FIGO IV) gilt als weit fortgeschritten.

Ursachen

Die Ursachen für Eierstockkrebs sind im Detail nicht bekannt. Es gibt gewisse Umstände, die das Risiko für die Entwicklung eines bösartigen Geschwulstes in den Eierstöcken begünstigen.

Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Zunehmendes Alter
  • Umwelt-, Ernährungsfaktoren
  • Gewollte oder ungewollte Kinderlosigkeit
  • Bestimmte Genveränderungen
  • Familiäre Vorbelastung

Beschwerden (Symptome)

Häufig treten Beschwerden oder Veränderungen erst zu einem späten Zeitpunkt der Erkrankung auf. Zu den häufigsten Beschwerden gehören ein Druckgefühl im Unterbauch oder das Gefühl von Wasser im Bauch. Oft haben die Patientinnen auch das Gefühl, dass der Bauchumfang zunimmt, ohne dass eine eigentliche Gewichtszunahme stattfindet. Damit einher geht auch eine eventuelle Übelkeit/Völlegefühl. Zudem können Tumore auf die Blase oder den Darm drücken, was zu Stuhlunregelmässigkeit, einem Völlegefühl oder vermehrtem Harndrang führen kann. Auch Gewichtsverlust oder allgemeine Erschöpfungszustände gehören zu den Symptomen.