Mastektomie

Die Entfernung der gesamten Brustdrüse

Die Mastektomie, also die Entfernung des gesamten Drüsengewebes im inneren der Brust oder die herkömmliche Brustamputation, ist immer dann erforderlich, wenn eine brusterhaltende Therapie aus medizinischen Gründen nicht möglich ist oder kein gutes kosmetisches Ergebnis zu erwarten wäre. Manche Patientinnen entscheiden sich jedoch auch bewusst für die Mastektomie, etwa weil sie sich eine größere Sicherheit versprechen oder die Bestrahlung nach einer brusterhaltenden Operation ablehnen.

Was machen die Ärzte bei der Mastektomie?

Die Amputation der Brust (konventionelle Mastektomie) ist heute weniger belastend als früher. Bei einigen Frauen können auch Teile der Brust wie die Haut und die Brustwarze erhalten werden.

Die ultraradikale Brustamputation mit Entfernung des Brustmuskels und manchmal Teilen des Brustkorbs, wie sie noch bis in die 1970er Jahre durchgeführt wurde, wird heute nicht mehr empfohlen: Studien haben gezeigt, dass ein so belastendes Vorgehen keine Vorteile bringt.
Vielmehr kommt eine modifizierte Brustamputation zum Einsatz: Die Operateure entfernen das Brustdrüsengewebe mitsamt der darüberliegenden Haut sowie das Bindegewebe des Brustmuskels (Faszie). Der Muskel selbst bleibt dagegen erhalten. Auch Brustwarze und Warzenhof werden in der Regel entfernt.


Wie bei der brusterhaltenden Operation hängt das exakte Vorgehen der Operateure auch bei der Mastektomie von der Situation der einzelnen Patientin ab. Bei manchen Patientinnen ist zum Beispiel eine hautsparende (skin-sparing) Mastektomie möglich. Dabei wird ein Teil der Haut erhalten und die Brust kann leichter wieder aufgebaut werden. Auch Brustwarze und Warzenhof oder zumindest Teile davon können bei einigen Frauen erhalten werden, wenn sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vom Tumor befallen sind (nipple-sparing-Mastektomie).

Brustrekonstruktion im Rahmen der Tumoroperation

Wenn es keinen onkologischen Nachteil gibt und es dem Wunsch der Patientin entspricht, können bereits während der Brustamputation ein Wiederaufbau mit Silikon-Implantaten oder Eigengewebe vorgenommen werden. Jede Patientin wird in so einem Fall vorher in mehreren Gesprächen gemeinsam mit dem Tumorchirurgen und dem Plastischen Chirurgen über die verschiedenen Möglichkeiten der Brustrekonstruktion beraten. Am Brustzentrum St. Gallen können wir bei ca. 2/3 aller Frauen, bei denen eine Mastektomie notwendig ist, eine Sofortrekonstruktion der Brust in derselben Operation wie die Tumoroperation durchführen. Aber auch später, wenn die gesamte Behandlung abgeschlossen ist, ist ein Brustaufbau noch möglich.

Vor- und Nachteile der Mastektomie

Die Abnahme der Brust ist bezüglich des Gesamtüberlebens ebenso sicher wie die brusterhaltende Operation mit nachfolgender Bestrahlung: Patientinnen, deren Brust amputiert wird, leben nach der Operation statistisch genauso lange wie nach brusterhaltender Operation und Radiotherapie.


Vorteile:

  • Strahlentherapie nach Mastektomie nicht Standard (nur bei ausgedehntem Tumorbefall)

 

Nachteile:

  • grösserer Eingriff als bei brusterhaltender Operation
  • grössere und mehrere Narben mit postoperativen Schmerzen
  • Fehlen der Brust kann Lebensqualität beeinträchtigen
  • Ohne Brustaufbau können aufgrund von Fehlbelastung Schulter- und Rückenschmerzen auftreten
  • Für Wiederaufbau mit Silikonprothese oder körpereigenem Gewebe sind zusätzliche Operationen notwendig