Medikamentöse Behandlung bei Brustkrebs

Antihormontherapie, Chemotherapie, Immuntherapie

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Bei der medikamentösen Behandlung eines Knotens bestehen verschiedene Möglichkeiten. So kann, je nach Art des Knotens, auf die Antihormontherapie, die Chemotherapie und die Immuntherapie zurückgegriffen werden.

Antihormontherapie

Eine Antihormontherapie wird immer dann empfohlen, wenn das Krebsgewebe hormon-sensibel ist. Dies wird routinemässig bei Diagnosestellung untersucht. Je nach Alter der Patientin und Risikosituation wird nach der Operation eine alleinige Tablettenbehandlung über 5, manchmal über 10 Jahre empfohlen, bei der jungen Frau manchmal in Kombination mit Spritzenbehandlung zur Unterdrückung der Eierstockfunktion. Auch in der palliativen Situation können diese gut verträglichen Therapien erfolgreich eingesetzt werden. Dank neuer Erkenntnisse kann mit Zusatzmedikamenten die gefürchtete Resistenz gegenüber Antihormon-Behandlungen überwunden werden.

Chemotherapie

Die Chemotherapie ist ein gezielter Einsatz von chemisch hergestellten Medikamenten, zu denen auch zahlreiche Stoffe pflanzlicher Herkunft gehören, welche Zellen in ihrer empfindlichsten Phase stören: Der Zellteilung. Da bösartige Tumore rasch wachsen, befinden sich viele Zellen im Teilungsstadium. Die Medikamente, die bei der Chemotherapie eingesetzt werden, wirken stärker auf Krebszellen als auf gesunde Körperzellen und bremsen oder unterdrücken somit das Krebswachstum. Bei vielen Tumoren oder Metastasen kann eine deutliche Verkleinerung oder eine komplette Rückbildung erreicht werden.

Je nach Krebstyp (beispielsweise sog. HER2-positiver Brustkrebs) können gezielte Antikörpertherapien die Wirksamkeit der Chemotherapie verstärken, dies in der Regel mit guter Verträglichkeit. Diese Therapien werden in der adjuvanten (also heilbaren) wie auch in der palliativen Situation erfolgreich eingesetzt.

  • Adjuvante Chemotherapie
    Die adjuvante Chemotherapie soll allenfalls vorhandene mikroskopisch kleine Tumorherde ausserhalb des OP-Gebietes zerstören sowie die Überlebenschance verbessern. Sie wird nach der Operation eingesetzt, wenn der Tumor zwar schon in das umgebende Gewebe eindringt, aber noch keine Tochtergeschwülste nachweisbar sind.

  • Neoadjuvante Chemotherapie
    Die neoadjuvante Chemotherapie findet vor manchen Operationen statt, vor allem, wenn der Tumor relativ gross ist. Sie schafft günstigere Vorbedingungen für den Eingriff, indem sie den Krebs oder die Metastasen verkleinert.

  • Palliative Chemotherapie
    Die palliative Chemotherapie dient der Einschränkung des Tumor- oder Metastasenwachstums und verlängert die Überlebenszeit. Zudem lindert sie beispielsweise im fortgeschrittenen Krankheitsstadium Schmerzen, die von Metastasen verursacht werden.

Immuntherapie

Die Immuntherapie ist eine noch relativ neue, zielgerichtete Methode, um Krebs erfolgreich behandeln zu können. Die Immuntherapie hat einen molekularbiologischen Hintergrund und zielt darauf ab, nur die Tumorzellen systematisch zu zerstören. Gesunde Zellen werden dabei – anders als bei einer Chemotherapie – nicht in Mitleidenschaft gezogen. Dies hat den Vorteil, dass die Immuntherapie als Behandlungsmöglichkeit weitaus schonender für den Organismus ist, trotzdem aber einen hohen Wirkungsgrad hat.

Der Antikörper Trastuzumab wird bei der Immuntherapie häufig eingesetzt.

Etwa 15 Prozent der Brustkrebspatientinnen haben in ihren Gewebeproben einen erhöhten Anteil des Rezeptors HER2. Dieser Rezeptor befindet sich auf der Zelloberfläche von Krebszellen und steht für einen aggressiven Krebsverlauf mit schlechterer Prognose. Patienten, bei denen dieser Rezeptor vermehrt gebildet wird, können jedoch inzwischen erfolgreich mit der Immuntherapie behandelt werden. Hierbei wird der Antikörper Trastuzumab verwendet, der sich genau gegen diesen HER2-Rezeptor richtet.

Die Immuntherapie mit diesem Antikörper kann die Rückfälle bei Brustkrebs verhindern und daher eine Heilung fördern. Allerdings enthalten auch gesunde Zellen im Körper den HER2-Rezeptor, weshalb es auch bei dieser Art der Immuntherapie zu Nebenwirkungen kommt. Die Symptome reichen von grippeartigen Beschwerden, über Erbrechen, Durchfall, bis hin zu Hautausschlägen und Gelenkschmerzen. Allerdings fallen die Nebenwirkungen deutlich geringer aus als bei einer Chemotherapie. Eine bedeutende Nebenwirkung kann eine auftretende Herzschwäche sein, weshalb Patienten, die diese Art der Immuntherapie erhalten, regelmäßig auf Herzprobleme untersucht werden müssen.

Verschiedene Formen der Immuntherapie

Bei einer Immuntherapie werden monoklonale Antikörper und sogenannte Tyrosinkinasehemmer zur Behandlung eingesetzt. Sie sollen das Tumorwachstum beeinflussen sowie das Wachstum der Blutgefäße stoppen, die den Tumor ernähren. Die Antikörper bei einer Immuntherapie richten sich innerhalb des Tumors gegen Signalwege in den Tumorzellen, gegen Botenstoffe (sogenannte Liganden) und gegen die Bindestellen (Rezeptoren) für diese Botenstoffe, die sich auf der Zelloberfläche befinden. Dadurch wird eine hohe Spezifität bei der Immuntherapie erreicht, und es werden auch nur die Tumorzellen zerstört.

Drei verschiedene Immuntherapien stehen derzeit zur Verfügung: die Hemmung des Tumorzellwachstums durch Rezeptorblockade mit einem speziellen Antikörper (auch HER2-Antikörper genannt), die Hemmung des Gefäßwachstums (Angiogenese-Hemmung), bei der sogenannte VEGF-Antikörper eingesetzt werden, und die Hemmung des Zellwachstums mit einem speziellen Tyrokinasehemmer. Der Einsatz dieser Immuntherapie-Formen richtet sich dabei nach der Art des Brustkrebses und verschiedener anderer Auswahlkriterien.