
Positives Finanzergebnis für das Kantonsspital St.Gallen
Das Kantonsspital St.Gallen – mit den Standorten St.Gallen, Rorschach und Flawil – blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2009 zurück. Der Globalkredit konnte um 3,2 Millionen Franken unterschritten werden. Verantwortlich für dieses gute Ergebnis sind einerseits die erneut gestiegene Leistungsnachfrage sowie andererseits ein straffes Kostenmanagement unter direktem Einbezug der Kliniken, Institute und Fachbereiche.
Die Erträge netto stiegen im Berichtsjahr um 6.9% auf Mio. CHF 645 an. Demgegenüber erhöhten sich die Aufwände zum Vorjahr um 6.3% auf Mio. TCHF 641 an. Insgesamt wurde das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) gegenüber dem Vorjahr um Mio. CHF 5.5 erhöht. Die stationären Erträge stiegen gegenüber dem Vorjahr auf Mio. CHF 261 (+2.4%). Die Anzahl der Austritte konnte um 1‘361 auf 34‘677 Austritte erhöht werden, davon sind 1‘599 Austritte von Kurzliegern. Der ambulante Ertrag konnte gegenüber dem Vorjahr auf Mio. CHF 151 (+7.1%) gesteigert werden. Das Wachstum ist auf eine starke Nachfrage nach technischen Tarmed-Leistungen zurück zu führen. Auf der Aufwandseite liegt der Personalaufwand mit Arzthonoraren bei Mio. CHF 366. Der Personalbestand ohne Auszubildende, ohne Dienstleistende Dritte und ohne Fremdfinanzierte liegt bei 3‘096 Personaleinheiten. Der Aufwand im medizinischen Bedarf ist im Berichtsjahr auf Mio. CHF 127 (+2.9%) angestiegen, was mehrheitlich auf einen höheren Verbrauch von Implantaten zurück zu führen ist.
Die strategischen Ziele weiter untermauert
Mit verschiedenen Aktivitäten und Leistungen konnten im Berichtsjahr die strategischen Ziele des Kantonsspitals St.Gallen weiter untermauert werden. Von besonderer Bedeutung dabei ist der Abschluss eines Vertrages mit der Universität Zürich über die akademische Zusammenarbeit im Bereich der Lehre und Forschung. Der Aufbau des Medizinischen Forschungszentrums konnte mit der Etablierung der Clinical Trial Unit (CTU) in einem ersten Schritt abgeschlossen werden. Daneben wurden die bestehenden Netzwerke mit den übrigen Spitalverbunden ausgebaut und zum Teil auch neue Felder erschlossen. Gleichzeitig wurden weitere Anstrengungen zur Qualitätssicherung unternommen. Verschiedene Einzelbereiche konnten zusätzlich zertifiziert werden.
Verstärkte Zusammenarbeit mit den Hausärzten
Auf strategisch gleicher Ebene, wenn auch in einem ganz andern Feld, sind die vielfältigen Massnahmen zur Verstärkung der Zusammenarbeit mit den Hausärzten anzusehen. So gibt es seit dem 1. April 2009 eine institutionalisierte Kooperation zwischen dem Stadtärzteverein und dem Kantonsspital St.Gallen zum gemeinsamen Betrieb der Notfallorganisation in den Räumen der Zentralen Notfallstation. Die bisherigen Erfahrungen werden von beiden Seiten als sehr positiv bewertet. Diese Entwicklung wurde wesentlich auch die Schaffung einer leitenden Arztposition für Hausarztmedizin ermöglicht. Im Gleichschritt zu diesen Aktivitäten zwischen Kantonsspital St.Gallen und den niedergelassenen Ärzten verlaufen auch die Anstrengungen auf gesundheitspolitischer Ebene, was wiederum einen unterstützenden Effekt auf eine gute Zusammenarbeit hat.
Betriebliches
Mit der Inbetriebnahme eines dritten Kernspintomographen Ende 2009 konnte die Servicequalität gegenüber den internen und externen Auftraggebern deutlich verbessert werden. Erste Umsetzungsschritte des neuen und erweiterten medizinischen Leistungsangebotes am Spital Flawil konnten bereits vollzogen werden. Der Projektabschluss erfolgt im kommenden Jahr. Damit ist die Strategie der Geschäftsleitung konsequent weitergeführt worden, wonach die Spitäler Rorschach und Flawil einesteils Nischenprodukte anbieten und andernteils das Zentrumsspital im Grundversorgungsbereich entlasten. Dieses Geschäftsmodell hat jetzt einen Reifegrad erreicht, der durchaus Vorzeigecharakter haben kann.
Gut gerüstet für die Zukunft
Das Kantonsspital St.Gallen ist ausgezeichnet aufgestellt und die Dienstleistungen werden mit hoher Qualität erbracht. Innovation und Veränderungsbereitschaft sowie hohe Leistungsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern waren und bleiben auch in Zukunft wesentliche Erfolgsfaktoren. Mit der Zustimmung zur Erweiterung des Hauses 24 als Logistikzentrum des Kantonsspitals St.Gallen und Zentraler Sterilgutaufbereitungsanlage (ZSVA) konnte zudem ein wichtiger baulicher Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft gelegt werden.
Stabübergabe
Am 1. Mai 2010 übernimmt Daniel Germann die Funktion des Direktors und Vorsitzenden der Geschäftsleitung. Damit tritt er die Nachfolge von Hans Leuenberger an, der nach 29 Jahren erfolgreicher Tätigkeit in den Ruhestand treten wird. Nach der Wahl durch den Verwaltungsrat Mitte vergangenen Jahres erklärte die Verwaltungsratspräsidentin: „Der Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantonsspital St.Gallen ist überzeugt, mit Daniel Germann einer ausgewiesenen Führungspersönlichkeit mit grosser Fachkompetenz die Führung des Kantonsspitals St.Gallen zu übertragen.“
Der neue Direktor und Vorsitzende der Geschäftsleitung
Daniel Germann absolvierte nach dem Medizinstudium an der Universität Zürich seine Weiterbildung in medizinischer Mikrobiologie am Institut für Klinische Mikrobiologie und Immunologie St.Gallen und an der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, USA. Anschliessend arbeitete er als Oberarzt und Leiter der Bereiche Virologie/Serologie der Abteilung für Klinische Mikrobiologie am Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Bern. Dort absolvierte er von 1997 – 1999 ein Nachdiplomstudium Management im Gesundheitswesen, welches er mit dem Master of Health Administration abschloss.
Mit diesem Wechsel in der beruflichen Ausrichtung trat er im April 1998 am Kantonsspital St.Gallen die Stelle des ärztlichen Stabsmitarbeiters der Spitalleitung an. Auf den 1. Januar 2003 wurde er zum Leiter des neu geschaffenen Departementes Interdisziplinäre medizinische Dienste und Mitglied der Geschäftsleitung gewählt. Seit 2006 hat er zudem die Stellvertretung des jetzigen Direktors, Hans Leuenberger, inne.
In den Jahren am Kantonsspital St.Gallen engagierte sich Daniel Germann im Auftrag von FMH und College-M, Bern, als Dozent für die Weiterbildung in Managementgrundlagen für Ärztinnen und Ärzte. Daniel Germann ist 53 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern.
KSSG SG - Positives Finanzergebnis für das Kantonsspital St.Gallen (29.04.2010 17:24)
